Schmiden Forscher hat Faible für Frösche

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Seit seiner Kindheit interessiert sich Axel Kwet für Reptilien und Amphibien. Als Jugendlicher war sein Zimmer voller Terrarien. Heute arbeitet der Zoologe als Redakteur und schreibt Bücher über seine Lieblingstiere.

Axel Kwet ist Experte für Reptilien und Amphibien. Foto: privat
Axel Kwet ist Experte für Reptilien und Amphibien. Foto: privat

Schmiden - Kürzlich war Axel Kwet zu Gast in der Kindersendung 1, 2 oder 3. Gemeinsam mit dem Moderator Elton beobachtete er Frösche und Salamander in einem Terrarium. Für die kleinen Kandidaten gab es danach Quizfragen. Eine lautete: Warum haben Frösche solche Luftballons an der Seite?

Als Zoologe weiß Kwet natürlich, dass die Frösche für ein richtig lautes „Quak“ Schallblasen an den Mundwinkeln benötigen. Aber diese Frage hätte er auch schon als Kind richtig beantwortet, denn sein Forschergeist für Amphibien und Reptilien wurde früh geweckt.

Das Kinderzimmer ist voller Terrarien

Er war sechs Jahr alt, als er einen seltsamen Klumpen in einem Bach fand. Zuhause in Esslingen erklärte ihm seine Mutter, dass dies Laich von einem Frosch sei. Als dann aus dem Klumpen plötzlich Kaulquappen wurden, war es um Kwet geschehen. Er besorgte sich ein Goldfischbecken und verschlang zahlreiche Bücher mit den Abenteuern von Lurchi, der Comicfigur vom Schuhhersteller Salamander. Das war aber nur der Anfang: „Mit zwölf Jahren hatte ich fünf Aquarien und Terrarien, mit 15 Jahren war mein ganzes Kinderzimmer damit voll“, erzählt der heute 50-Jährige.

Freunde finden die Tiere ekelig

Kwet wusste bereits als Grundschüler, dass er einmal Forscher werden möchte. Deshalb besuchte er das humanistische Georgii-Gymnasium in Esslingen, weil dort Latein und Altgriechisch angeboten wird. Seine Vorliebe für Amphibien und Reptilien konnten nicht alle Freunde mit ihm teilen, einige fanden die Tiere sogar ekelig. Kwet ließ sich davon nicht beirren, ganz im Gegenteil: „Jetzt erst recht, sagte ich mir.“

Bei seinem Biologiestudium in Tübingen spezialisierte er sich nach dem Vordiplom auf Zoologie. Während viele seiner Kommilitonen später gut dotierte Jobs in der Pharmabranche annahmen, entschied er sich, seinen Doktor zu machen. „Ich wollte nicht im Anzug und mit Aktenkoffer die Arztpraxen abklappern“, erklärt er seinen damaligen Entschluss.

Für die Doktorarbeit geht es nach Brasilien

Für die Doktorarbeit ging es nach Brasilien. Bei Porto Alegre untersuchte er die ökologische Rolle der Laubfrösche im Araukarienwald. Was fressen die Tiere? Von wem werden sie gefressen? Wann sind sie aktiv? Während der fünf Jahre hat er Tausende von Fröschen beobachtet, fotografiert und gemessen. Seine Forschungsobjekte waren relativ leicht zu finden. „Ich musste nur nachts mit der Stirnlampe raus und den Rufen folgen.“

Seine Doktorarbeit wurde vom Natur und Tier-Verlag in Münster verlegt. Seit 2006 arbeitet er für diesen Verlag als Lektor und Redakteur. Ebenso ist Kwet Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT). Diese veröffentlicht verschiedene Zeitschriften und bietet Förderfonds für junge Wissenschaftler. Jedes Jahr kürt die Gesellschaft im Wechsel ein Reptil und ein Lurch zum Tier des Jahres. Für 2015 wurde die fast ausgestorbene Europäische Sumpfschildkröte ausgesucht. „Wir wollen damit das Tier sowohl bekannter als auch auf seine Gefährdung aufmerksam machen“,erklärt Kwet.

Kwet schreibt Bücher über Reptilien und Amphibien

Der in Schmiden lebende Wissenschaftler hat nicht nur eine CD mit allen Froschrufen aus Brasilien und Uruguay aufgenommen, sondern er schreibt auch Bücher. Sein jüngstes Werk erscheint im Juni im Kosmos Verlag und heißt „Reptilien und Amphibien Europas“. Ein Buch, das man prima mit in den Urlaub nehmen kann, sagt Kwet: „So kann man gleich vor Ort die Arten erleben und bestimmen.“

Zuhause hat Kwet mehrere Terrarien. Er besitzt unter anderem einen Kronengecko, eine Kornnatter sowie Beutelfrösche. Vor allem Letztere zeigt er gerne seinen Besuchern. Dazu schiebt er die Glaswand des Terrariums beiseite und bittet genau hinzuhören. „Diese Frösche haben einen besonderen Ruf“, sagt er.




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