Schüsse am Silvesterabend in Sindelfingen Verdacht gegen Nachbarn erhärtet sich nicht

Von klic 

Die Kriminalpolizei sucht weiter nach einem Schützen, der am Silvesterabend in Sindelfingen-Darmsheim einen Mann angeschossen hat. Ein 44-Jähriger, der in den Fokus der Ermittlungen geraten war, nahm sich das Leben.

Die Polizei sucht weiter nach dem Schützen vom Silvesterabend (Symbolbild). Foto: dpa
Die Polizei sucht weiter nach dem Schützen vom Silvesterabend (Symbolbild). Foto: dpa

Sindelfingen - Die Umstände, unter denen ein 59-jähriger Mann am Silvesterabend in Sindelfingen-Darmsheim (Kreis Böblingen) durch das Projektil einer Schusswaffe erheblich verletzt wurde, bleiben mysteriös. Ein 44 Jahre alter Nachbar des Opfers war zunächst in den Fokus der Polizei gerückt. Der Mann hat sich am vergangenen Wochenende das Leben genommen. Dass dies unter dem Eindruck der polizeilichen Ermittlungen geschah, kann die Polizei nicht ausschließen. Deren Sprecher Peter Widenhorn betont, dass eine Suizidabsicht des Verdächtigen zu keinem Zeitpunkt erkennbar gewesen sei. Der Verdacht gegen den Mann habe sich auch nicht erhärtet: „Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen scheint es keinen Zusammenhang mit den Schüssen am Silvesterabend zu geben“, sagt Widenhorn.

Die Kriminalpolizei hatte die Kleinkaliber-Projektile vom Silvesterabend sichergestellt und versucht, die Flugrichtung des Projektils zurückzuverfolgen. Dadurch wollten die Ermittler herausfinden, von wo aus die zwei Schüsse abgefeuert worden waren. Dabei waren die Wohnung des 44-jährigen Nachbarn, aber auch andere Wohnungen in dem Bereich, in Frage gekommen. „Genau lässt sich die Schussrichtung aber nicht feststellen, da die Projektile durch Häuser oder Pflanzen umgeleitet worden sein könnten“, erklärt Peter Widenhorn.

Polizei verfolgt keine heiße Spur

Die Polizei durchsuchte die Wohnung des 44-Jährigen am 2. Januar. Anschließend wurde der Mann von der Polizei vernommen. Doch weder bei der Befragung noch bei der Durchsuchung konnte die Polizei Hinweise darauf finden, dass der Mann am Silvesterabend die zwei Schüsse abgefeuert haben könnte.

Derzeit verfolgt die Polizei keine neue Spur in dem Fall. Der 59-Jährige war an Silvester verletzt worden, als er nach dem ersten Schuss in Freie trat. Dieser erste Schuss hatte gegen 18.20 Uhr ein Fenster auf der zur Berner Straße abgewandten Gebäudeseite durchschlagen. Das zweite Projektil streifte den Mann am Kopf und verletzte ihn erheblich, aber nicht lebensgefährlich. Das Wohnhaus des Opfers liegt in einer Reihenhaus-Siedlung, an die Gartengrundstücke grenzen.

Ob der Täter den Mann gezielt ins Visier genommen hatte oder nur durch Zufall getroffen worden war, kann die Polizei nicht sagen. „Es deutet bisher aber nichts darauf hin, dass ein Tatmotiv im Umfeld des 59-Jährigen zu finden ist“, sagt Peter Widenhorn. Auch, ob es sich bei der Tatwaffe um eine Pistole oder ein Gewehr gehandelt hat, ist noch völlig unklar. Zum Zeitpunkt der Tat am frühen Silvesterabend waren nur wenige Menschen auf der Berner Straße gewesen. Eine Befragung dieser Zeugen förderte laut der Polizei ebenfalls keine weiterführenden Erkenntnisse zu Tage.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 und unter https://ts-im-internet.de/ erreichbar. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/