Schulstart in Stuttgart Eltern lehnen neue Quarantäneregel ab

Um den besten Schutz von Schülern vor einer Ansteckung mit Corona ist ein Streit entbrannt. Foto: dpa/Marcel Kusch
Um den besten Schutz von Schülern vor einer Ansteckung mit Corona ist ein Streit entbrannt. Foto: dpa/Marcel Kusch

Mit gelockerten Quarantäneregelungen wollen die Gesundheitsminister der Länder verhindern, dass erneut ganze Klassen der Schule fernbleiben müssen. Elternvertreter aus Baden-Württemberg appellieren an das Land, diese Regelung nicht anzuwenden.

Lokales: Barbara Czimmer (czi)
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Stuttgart - Am Montagabend haben sich die Gesundheitsminister der Länder mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Damit folgt der Bund dem Beispiel, mit dem bereits die Landesregierung Baden-Württembergs vorangegangen war. Sie hat in der letzten Augustwoche gelockerte Quarantäneregelungen verkündet. Die Elternvertreter aus neun Städten und Gemeinden Baden-Württembergs fordern in einem offenen Brief an Winfried Kretschmann, Theresa Schopper und Manfred Lucha den Ministerpräsidenten sowie die Kultusministerin und den Sozialminister auf, „alle notwendigen Schritte zu gehen, um einen bestmöglichen Schutz an den Schulen zu gewährleisten und mit der Sicherung der Schulen einen größtmöglichen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten“, schreiben die Elternvertreter, zu denen auch die Stuttgarter Manja Reinholdt und Oliver Ruhmann gehören.

Nicht mehr ganze Klasse in Quarantäne

Kritik üben sie, weil künftig beim Auftreten eines positiven Testergebnisses in einer Schulklasse nicht die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werde wie bisher. „Die verbleibenden Kinder der betroffenen Klasse für fünf Tage grundsätzlich im Klassenverbund zu belassen, halten wir für nicht ausreichend, um Infektionen einzudämmen.“ Zumal die Teilnahme an klassen-, jahrgangs- und schulübergreifenden Unterrichtsstunden sowie an Förder-, Betreuungs-, Ganztagsangeboten und Schulveranstaltungen in diesem Zeitraum „nur in möglichst konstant zusammengesetzten Gruppen zulässig“ sei. Bei Raumknappheit und Personalmangel sei zu befürchten, dass man „eine Durchmischung in Kauf“ nehmen könnte.

„Wir begrüßen die Bemühungen der Landesregierung und des Kultusministeriums, den Präsenzunterricht an den Schulen nach den Sommerferien zu ermöglichen und aufrecht zu erhalten. Wir befürchten aber auch, dass sich bei einem positiven Fall in der Zwischenzeit weitere Schüler und Schülerinnen anstecken und erwarten für den Schutz unserer Kinder, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Quarantäne von Kontaktpersonen dringend einzuhalten“, so die Elternvertreter.




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