Schulwege in Renningen Die Stadt bekommt drei neue Zebrastreifen

Von Kathrin Klette 

Geänderte Regelung ermöglicht zusätzliche Überwege an Jahnstraße, Leonberger Straße und Bühlstraße.

Neue Zebrastreifen sollen die Schulwege für Kinder sicherer machen. Foto: dpa
Neue Zebrastreifen sollen die Schulwege für Kinder sicherer machen. Foto: dpa

Renningen - Renningens Schulwege bekommen drei neue Fußgängerüberwege, sprich: Zebrastreifen. Und zwar auf der Leonberger Straße im Bereich der Mediathek (zwischen den Einmündungen Poststraße und Emil-Höschele-Straße), auf der Leonberger Straße im Bereich des „Löwenkreisels“ (zwischen Rutesheimer und Wörnetstraße) sowie in Malmsheim auf der Bühlstraße, nördlich der Einmündung zur Schulstraße. Das hat die Stadtverwaltung am Mittwoch im Technischen Ausschuss mitgeteilt. Die exakte Platzierung wird noch ermittelt.

Vorgaben werden gelockert

Immer wieder haben die Stadtverwaltung und Gemeinderäte Anfragen aus der Bevölkerung erhalten, ob die Schulwege in der Stadt nicht mithilfe von Zebrastreifen sicherer gemacht werden könnten. Wegen der strengen Vorgaben des Landes Baden-Württemberg war das aber nicht möglich. Im Herbst 2017 wurde jedoch angekündigt, dass die Regelungen gelockert werden, zum Beispiel, was die erforderte Menge an Fußgängern angeht, die eine bestimmte Stelle regelmäßig passieren müssen. So kann die Stadt jetzt an drei neuralgischen Punkten auf Schulwegen neue Zebrastreifen anlegen. „Das sind alles Stellen, wo wir das früher schon gerne gemacht hätten, es aber nicht durften“, erklärt der Erste Beigeordnete Peter Müller.

Trotzdem gibt es weiterhin klare Vorgaben, wo Zebrastreifen überhaupt angelegt werden dürfen und wo nicht. Zum Beispiel sind sie nur innerorts zulässig und auch nur auf Straßen, auf denen maximal 50 Stundenkilometer erlaubt sind. „Wichtig ist auch immer, dass da, wo ich einen Überweg anlegen will, genügend Publikumsverkehr herrscht“, erklärte Christian Teich, Leiter der Abteilung für Öffentliche Ordnung und Straßenverkehr, im Technischen Ausschuss. Gleiches gilt für die Zahl der Autos, die auf der betreffenden Straße unterwegs sein müssen.

Jahnstraße als Ausnahme

Die Jahnstraße liegt in einer Tempo-30-Zone, was laut Empfehlung eigentlich gegen die Notwendigkeit eines Überwegs spricht, wie es in der Erklärung der Verwaltung heißt. Auch werden die empfohlenen Fußgängerstärken zwar erreicht, die Menge an Autos aber nicht. Die Polizei empfiehlt, sich streng an diese Richtlinien zu halten, erklärte Teich. Denn bei zu vielen Zebrastreifen in einem Stadtgebiet „achtet man als Autofahrer irgendwann nicht mehr so darauf“. Und das dürfe auf keinen Fall passieren. Die Stadt sieht in diesem Straßenbereich trotzdem einen „begründeten Ausnahmefall“, da es sich um eine wichtige Fußwegverbindung zum Schulzentrum handelt. In diesem Zusammenhang wies die Verwaltung außerdem darauf hin, dass „das erhöhte Verkehrsaufkommen und die teilweise unübersichtlichen Verhältnisse vor Ort ausschließlich durch die zahlreichen ,Elterntaxis’ verursacht werden“. Die Eltern hielten mit ihren Fahrzeugen nämlich regelmäßig im absoluten Halteverbot, die Kinder müssten dann zwischen diesen Autos hindurchgehen.

Einen ähnlichen Ausnahmefall bildet die Bühlstraße in Malmsheim, wohingegen auf der Leonberger Straße im Bereich des Löwenkreisels die Frequentierung tatsächlich groß genug ist. Nicht infrage für einen Zebrastreifen kommt allerdings die Leonberger Straße zwischen der Vornäcker- und der Zimmeräckerstraße. Selbst zu Stoßzeiten waren dort während der Messungszeiträume kaum Fußgänger unterwegs.

Die Kosten für einen einzelnen Überweg belaufen sich auf knapp 20 000 Euro, schätzt die Verwaltung. Den größten Posten bildet die notwendige Beleuchtung am Zebrastreifen: Stromanschlüsse, Laternenmasten und dergleichen kommen zusammen auf 11 000 bis 12 000 Euro. Auch die Bordsteine zu beiden Seiten des Zebrastreifens müssen abgesenkt werden, was etwa auf 6500 Euro kommt.




Unsere Empfehlung für Sie