Schwetzingen Feldsalat statt Stiefmütterchen

Der Barockgarten von Schloss Schwetzingen ist nach französischem Vorbild geometrisch-symmetrisch angelegt. Foto: Staatsanzeiger für BW/Petra Schaffrodt
Der Barockgarten von Schloss Schwetzingen ist nach französischem Vorbild geometrisch-symmetrisch angelegt. Foto: Staatsanzeiger für BW/Petra Schaffrodt

Im Schwetzinger Schlossgarten muss die bunte Blumenpracht pausieren. Warum sich Besucher im Frühjahr auf ungewohnte Anblicke einstellen müssen.

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Schwetzingen - Noch leuchten die Blumenrabatten im Schlossgarten von Schwetzingen in ihrer ganzen sommerlichen Pracht. Für die Besucher wird es aber eine Umstellung geben: Sie müssen künftig auf die gewohnte dekorative Blütenpracht, in der sich die einstige kurfürstliche Sommerresidenz präsentiert, verzichten. Schon von diesem Montag an sollen die Blumenbeete, die die Besucher normalerweise bis Anfang Oktober in ihrem sommerlich-bunten Kleid empfangen, abgeräumt werden. Danach folgt auch nicht – wie sonst üblich – die herbstliche Bepflanzung mit Stiefmütterchen, Goldlack und Gänseblümchen. Stattdessen soll nur Feldsalat gesät werden. Dies hat das Finanzministerium, dem der Garten untersteht, vor Kurzem mitgeteilt.

Grund für die ungewöhnlich schlichte Gestaltung der prunkvollem Parkrabatten in reinem Grün sind die Böden. „Sie brauchen eine Erholungsphase“, erklärte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett vor Ort. Die Blütenpracht gehöre zum historischen Erscheinungsbild des Gartens und sei einer der Höhepunkte für die Gäste, doch offenbar habe sie auch zu einer Ermüdung des Bodens geführt, meinte sie. So hätten sich in den letzten Jahren etwa Schadpilze wie das Tulpenfeuer und Grauschimmelpilze ausgebreitet. Zudem seien die Phosphat- und pH-Werte in den Rabatten zu hoch, teilte die Staatssekretärin mit.

Abhilfe schaffen soll ein ganzes „Maßnahmenpaket“. Neben dem Feldsalat soll Pflanzkohle in die Böden eingearbeitet werden und dabei helfen, diese „mit natürlichen Mitteln zu regenerieren“.

Für die Vermarktung ist der Salat tabu

Für die Vermarktung ist der Rapunzel-Salat aus dem kurfürstlichen Garten tabu. Er dürfe keinesfalls geerntet werden. „Das wurde auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon klar signalisiert“, ist aus dem Schloss zu hören. Schließlich soll er am Ende als Gründinger dienen und nicht auf dem Esstisch landen.

Bis zum kommenden Frühjahr soll die Erholungsphase für die Böden abgeschlossen sein, kündigte Splett an. „Wir hoffen, dass sich die Besucherinnen und Besucher im Sommer wieder über die vielen Blumen in den Beeten freuen können“, sagte sie.

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