Sechs Abende im Sommer Böblinger Kulturnetzwerk Blaues Haus plant Open-Air-Reihe

Drei Altmeister der Comedy:  Otto Kuhnle, Michael Gaedt und Roland Baisch (v. l.) kommen am 26. Juni nach Böblingen Foto:  
Drei Altmeister der Comedy: Otto Kuhnle, Michael Gaedt und Roland Baisch (v. l.) kommen am 26. Juni nach Böblingen Foto:  

Comedy, Livemusik und Improtheater: Unter dem Motto „Blue Open“ will das Kulturnetzwerk auf dem Gelände der Böblinger Schönbuch-Brauerei an sechs Abenden im Juni und Juli unter Pandemiebedingungen ein hochkarätiges Programm präsentieren.

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Böblingen - Die Corona-Pandemie hält die Welt weiter im Würgegriff. Besonders knapp wird die Atemluft dabei für die Kulturszene. Veranstalter und freischaffende Künstler hängen seit mehr als einem Jahr am Beatmungsgerät – und noch immer gibt es keine zuverlässige Aussicht auf Besserung.

Das Kulturnetzwerk Blaues Haus in Böblingen will das nicht länger akzeptieren und plant deshalb für den Sommer eine Open-Air-Reihe direkt vor der eigenen Haustüre. Unter dem Motto „Blue Open“ haben Vereinschefin Gabriele Branz und ihr Team auf dem Brauereigelände sechs Veranstaltungen im Juni und Juli eingeplant.

„Wir haben das in erster Linie als Ersatz für unser normales Programm ausgewählt“, erklärt Branz. Aus diesem Grund finden sich unter den geplanten Acts viele Publikumslieblinge, die vor Ausbruch der Pandemie zum Teil regelmäßig im Blauen Haus zu Gast waren. Dazu zählen neben der Lesebühne Get Shorties und dem Improtheater Artgenossen insbesondere die Musiker der Bluefonque-Band um Grönemeyer-Keyboarder Rainer Scheithauer und Bass-Phänomen Alvin Mills. Auch das Night-Talk-Format kehrt für einen Abend zurück. Moderator Steffen Volkmer freut sich auf das Comedy-Trio KGB mit Otto Kuhnle, Michael Gaedt und Roland Baisch.

Comedy-Größe Bernd Kohlhepp und Gitarren-Talent Yasi Hofer

Darüber hinaus hat sich der Kulturverein für seine Open-Air-Reihe noch einige weitere Hochkaräter eingeladen. Bernd Kohlhepp alias Herr Hämmerle ist zum Beispiel schon seit Jahrzehnten eine Institution in Sachen Musik-Comedy. Und mit Yasi Hofer kommt nach der fachkundigen Ansicht des Musikmagazins Eclipsed eine der 20 Weltbesten Gitarristinnen nach Böblingen.

Selbst wenn das Team um Gabi Branz es wollte – zu der Freiluft-Veranstaltung gibt es in diesem Jahr keine Alternative. Anders als die IG Kultur in Sindelfingen, die seit dem Winter auf ihr Livestreaming-Konzept setzt, fehlen dem Blauen Haus nämlich für digitale Formate die technischen Rahmenbedingungen. „Wir haben bei allen möglichen Anbietern gefragt, aber da oben am Postplatz bekommen wir einfach nicht die nötige Bandbreite für Livestreams“, erklärt Gabi Branz.

Vor der Pandemie war das Blaue Haus gerade wegen seiner beengten Räumlichkeiten bei vielen Gästen sehr beliebt: Publikum und Akteure auf der Bühne kamen sich häufig zum Berühren nahe. In Pandemie-Zeiten ist dies undenkbar. Schon im vergangen Spätsommer hat das Böblinger Kulturnetzwerk deshalb gemeinsam mit der IG Kultur Sindelfingen unter dem Namen „Cooltur“ einige Freiluft-Veranstaltungen organisiert. „Das hat super geklappt, deshalb wollen wir das jetzt wieder machen“, erklärt Branz.

Kosten für Open-Air-Reihe fressen gesamtes Jahresbudget

Wie schon bei den Open-Airs im Vorjahr ist die Besucherzahl zunächst auf 100 Personen begrenzt. Sollte das Infektionsgeschehen eine Lockerung zulassen, könne man auch bis zu 250 Zuschauern zuzulassen.

Das „Blue Open“ ist sehr kostspielig. „Das frisst unser ganzes Jahresbudget“, erklärt die Vereinschefin, weswegen man hier auf Sponsoren angewiesen sei. Eine Kooperation mit der IG Kultur findet hier nicht statt. Mit den Sindelfinger Kulturmachern sei jedoch für September auf dem Flugfeld-Festplatz ein gemeinsames Event geplant. Zudem will das Kulturnetzwerk ein vom Böblinger Kulturamt angedachtes Veranstaltungsangebot auf dem Parkdeck der Kongresshalle unterstützen und dafür unter anderem die im Blauen Haus beheimatete Playground-Band mit Sängerin April „Journi“ Cook zur Verfügung stellen.

Trotz aller Widrigkeiten hat Gabi Branz sich ihren Optimismus bewahrt: „Wenn wir in fünf Jahren auf die Pandemie zurückblicken, werden wir darin eine wahnsinnig große Herausforderung sehen“, sagt sie. „Aber für mich ist dabei auch etwas unglaublich Positives entstanden“, verweist sie auf die neue Partnerschaft mit der IG Kultur Sindelfingen oder die erst im Dezember gegründete Initiative „Kultur bewegt Böblingen“.




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