Seifenkistenrennen in Remshalden Tollkühne Fahrer in irren Kisten

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Die Evangelische Gesellschaft hat in Remshalden zusammen mit der Gemeinde ein Rennen organisiert. 35 Jungen und Mädchen setzten ihre Helme auf und fuhren.

Volle Konzentration: ein achtjährige Rennfahrer  saust abgeklärt wie ein Alter dem Ziel entgegen Foto: /Gottfried Stoppel
Volle Konzentration: ein achtjährige Rennfahrer saust abgeklärt wie ein Alter dem Ziel entgegen Foto: /Gottfried Stoppel

Remshalden - Ein lautes Rumpeln hinter der Hecke kündigt eine Seifenkiste an, ehe man sie sehen kann. Dann biegt sie ums Eck und rollt langsam aus. „Weiter gehts nicht“, sagt der Fahrer und steigt aus der Seifenkiste. Dabei handelt es sich um ein Senior-Modell, in das auch Erwachsene passen. Und der Pilot, der jetzt seinen Integralhelm abnimmt, ist ein ausgewachsener Bürgermeister. „Die Strecke ist ganz schön schnell“, sagt Reinhard Molt, der es sich als Remshaldener Rathauschef nicht nehmen ließ, die Rennstrecke oberhalb des Bürgerparks zu testen.

Papa ist als Mechaniker mit im Team

Und wieder rumpelt es. Dieses Mal kommt eine kleinere Seifenkiste an, allerdings mit mehr Schwung. „Schieb mich schneller“, knurrt ein weiterer Pilot seinen Mechaniker – den Papa – unter seinem Helm an. Schließlich werden unten die Rennmaschinen auf einen Wagen geladen und wieder hinauf an den Start gebracht. Auch das Maskottchen der Interkommunalen Remstalgartenschau will mit. Der riesige Kopf des Bienen-Kostüms wird durch die Beifahrertür geschoben, und mit ein paar Verrenkungen ist Remsi an Bord. „So, schnell aufsteigen jetzt, bevor die Remsi-Biene erstickt“, ruft der Fahrer und ab geht die Post.

Zum Bienensterben ist es glücklicherweise am Samstag nicht gekommen. Remsi wurde wenig später wieder an der rund 340 Meter langen Rennstrecke gesichtet. „Sicherheit geht sowieso vor“, sagt Dagmar Braun von der Abteilung Jugendhilfe der Evangelischen Gesellschaft (Eva). Diese hat das Seifenkistenrennen in Remshalden organisiert. „Das war eine Idee von Kolleginnen und Kollegen, die so was schon mal in Stuttgart gemacht haben. Und da dachten wir, das machen wir hier für das Weraheim auch mal.“

Dann habe sich das Rennen regelrecht verselbstständigt. „Es hat sich rumgesprochen und dann kamen immer mehr Teilnehmer dazu“, sagt Dagmar Braun. Nicht nur aus Remshalden und dem Remstal: kamen die 35 Piloten. Am Samstag startete auch der amtierende Weltmeister im Seifenkistenrennen, der 16-jährige Armin Braun aus Nürnberg. Seine 13-jährige Schwester fuhr auch, beide in zigarrenförmigen Rennfahrzeugen der Elite-Klasse.

Vor dem Rennen werden Fahrer und Material kontrolliert

„Außer Konkurrenz“, betont Robert Brandelik, der Vorsitzende des Seifenkistenverbandes Baden-Württemberg. Die Fachleute seines Verbandes hat die Eva mit ins Boot genommen. Und diese haben nicht nur das Equipment für die Rennstrecke mitgebracht samt einer aufwendigen Lautsprecheranlage und Fahrbahnabsicherungen. Vor Beginn des Rennens hat Brandelik auch die Seifenkisten und deren Fahrer kontrolliert. „Jeder muss 25 Kilogramm Zuggewicht ziehen können, damit er im Ziel auch genügend bremsen kann.“

Davor geht es aber erst einmal um Geschwindigkeit. Und so sausen die jungen Rennfahrer in zum Teil fantastisch gestalteten Seifenkisten das Sträßchen hinab, angefeuert vom Moderator und dem Publikum. Und die Gesichter strahlen dabei vor Freude und Stolz, wenn ihre Namen aus den Lautsprechern schallen.




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