Symptome und Gefahren Sekundäres Ertrinken – Das steckt dahinter

Von Katrin Klingschat  

Nach dem Baden bekommt Ihr Kind Fieber, Husten und blaue Lippen? Diese Symptome deuten auf Wasser in der Lunge hin. Kennen Sie die Anzeichen des sekundären Ertrinkens, um sich und Ihrem Kind rechtzeitig zu helfen.

Zur Sicherheit sollten Sie die Symptome des sekundären Ertrinkens kennen. Foto: FamVeld/Shutterstock
Zur Sicherheit sollten Sie die Symptome des sekundären Ertrinkens kennen. Foto: FamVeld/Shutterstock

Im Sommer zieht es viele Familien ans Meer, an den Badesee oder ins Freibad. Selbst den Kleinsten bereitet das Plantschen im Wasser schon viel Freude. Bei allem Spaß sollten Eltern jedoch auch die Gefahren im Hinterkopf behalten und Kinder im Wasser niemals unbeaufsichtigt lassen. Denn Kinder ertrinken leise – wenn sie in Not geraten, ist das oft kaum zu erkennen. Bevorzugen Sie deswegen auch stets Gewässer, die von Bademeistern bzw. Rettungsschwimmern überwacht werden.

Doch auch wenn der Badespaß längst hinter Ihnen liegt, kann es noch zum Ertrinken kommen: Dem sogenannten sekundären Ertrinken. Dies kann bis zu 24 Stunden nach dem Baden auftreten. Es ist zwar ein furchteinflößendes Phänomen, aber extrem selten und Eltern sind nicht machtlos: Kennen Sie die Anzeichen und Symptome des sekundären Ertrinkens, können Sie Ihr Kind gut schützen.

Was ist sekundäres Ertrinken?

Sekundäres Ertrinken meint Beschwerden nach dem Baden durch Wasser in der Lunge. Bereits 2 Milliliter Wasser pro Körpergewicht sind dabei lebensbedrohlich. Bei einem Kind von 4 Jahren, das etwa 16 kg wiegt, wären das etwa 2 EL Wasser.

Sekundäres Ertrinken kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Das Wasser gelangt in die Lunge, wenn man es einatmet – beispielsweise, wenn Kinder sich beim Untertauchen erschrecken. Dass Kinder hin und wieder Wasser schlucken, ist normal und kein Grund zur Panik. In den seltensten Fällen gelangt dabei (zu viel) Wasser in die Lunge.

Der Begriff des „sekundären Ertrinkens“ ist wissenschaftlich nicht anerkannt, da er zu unpräzise ist. Mediziner sprechen eher von „Wasser in der Lunge“ bzw. von einem Lungenödem.

Sekundäres Ertrinken: Symptome und Anzeichen

Stellen Sie in den Stunden und Tagen nach dem Baden folgende Symptome an Ihrem Kind fest, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • Atembeschwerden/ flacher Atem
  • Wiederholtes Husten
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Angelaufene Lippen/ blasse Haut
  • Unruhe am Anfang, dann zunehmende Müdigkeit
  • Schmerzen im Brustkorb

Sekundäres Ertrinken: Häufigkeit

Es ist wichtig, die Symptome des sekundären Ertrinkens zu kennen. Dennoch gibt es keinen Grund für kopflose Panik, denn das sekundäre Ertrinken ist sehr selten.

In Deutschland sind im Jahr 2019 rund 400 Menschen durch Ertrinken gestorben. Lediglich 25 davon waren Kinder zwischen 0 und 10 Jahren. Die meisten Menschen mit einem Ertrinkungsunfall sterben im Krankenhaus, beispielsweise durch Herz-Kreislauf-Versagen.

Eine eigene Statistik zum sekundären Ertrinken gibt es zwar nicht, es ist aber davon auszugehen, dass dieses tragische Phänomen extrem selten auftritt.

Sekundäres Ertrinken: Vorbeugen

Bei Kindern gilt immer: Lassen Sie diese niemals unbeaufsichtigt im Wasser. Auch nicht, wenn sie bereits schwimmen können.

Da häufig Erschrecken und plötzliches Einatmen die Ursache für Ertrinken, Wasser in der Lunge oder einen Stimmritzenkrampf sind, sollten Kinder früh lernen, sich sicher im Wasser zu bewegen. Ab einem Alter von etwa 4 Jahren können Kinder schwimmen lernen. Dazu gehört im Laufe der Zeit auch das Tauchen und die Fähigkeit, beim Untertauchen ruhig zu bleiben. Bringen Sie Ihren Kindern auch gängige Baderegeln bei und besuchen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Kind einen Kurs beim DLRG, um Maßnahmen der Selbstrettung zu erlernen. Denn bis zu 85 Prozent aller Ertrinkungsunfälle hätten durch ausreichendes Schwimm- und Tauchtraining vermieden werden können (1).

Sekundäres Ertrinken vs. trockenes Ertrinken: Unterschied

Weil das sekundäre Ertrinken nicht im Wasser stattfindet, wird es häufig mit dem trockenen Ertrinken gleichgesetzt. Trockenes Ertrinken findet jedoch, anders als der Name vermuten ließe, im Wasser statt.

Beim trockenen Ertrinken kommt es (leider meistens bei Kindern) zu einer Schockreaktion. Wenn das Kind beispielsweise das Gleichgewicht verliert und das Gesicht unter Wasser gerät, schließt sich reflexartig die Stimmritze. Die sorgt dafür, dass wir keine Flüssigkeit einatmen. Leider passiert es manchmal, dass sich die Bänder im Rachenraum verkrampfen und das Kind „ertrinkt“, obwohl gar kein Wasser in die Lunge geraten ist.

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