Sensation im DFB-Pokal vor 25 Jahren So schockte Vestenbergsgreuth den FC Bayern

Von Marco Seliger 

Frank Schmidt war 1994 als Spieler dabei, als der Regionalligist TSV Vestenbergsgreuth den FC Bayern München aus dem DFB-Pokal warf. Heute fordert er als Trainer des 1. FC Heidenheim wieder den Rekordmeister – wiederholt sich Geschichte?

Hatten 1994 das Nachsehen: Giovanni Trapattoni (li.) und Lothar Matthäus Foto:  
Hatten 1994 das Nachsehen: Giovanni Trapattoni (li.) und Lothar Matthäus Foto:  

Heidenheim - Es war das erste Pflichtspiel für Oliver Kahn und Giovanni Trapattoni beim großen FC Bayern München – und es wurde zum Reinfall sondersgleichen. Mehr noch: Der spätere Welttorhüter und der Kulttrainer scheiterten in der ersten Runde des DFB-Pokals beim damaligen Süd-Regionalligisten TSV Vestenbergsgreuth und waren so gleich mal beteiligt an einer der größten Blamagen des Rekordmeisters in seiner Geschichte. Der 14. August 1994 war also ein denkwürdiger Tag. Auch für den Mann, der damals im Nürnberger Frankenstadion als Abwehrspieler für den krassen Außenseiter auf den Platz stand – und nun, an diesem Mittwoch, wieder den Pokalschreck für die Bayern geben will.

Frank Schmidt war damals 20 Jahre alt und in Vestenbergsgreuth aktiv, heute ist er Trainer des Zweitligisten 1. FC Heidenheim, der an diesem Mittwoch ebenfalls als Außenseiter beim Favoriten in München antritt (18.30 Uhr). Wiederholt sich also Geschichte – ist für den Coach und sein Team die nächste Sensation drin gegen den Rekordmeister? Frank Schmidt gibt sich gegenüber unserer Redaktion gewohnt pragmatisch. Er sagt: „Ich lebe nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft, ich lebe in der Gegenwart. Wenn Bayern eine Tür offen lässt, werden wir durchgehen.“

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So wie damals, als Vestenbergsgreuth gegen Lothar Matthäus und Co. durch die Tür marschierte. Wie genau das ablief, daran kann sich Schmidt wie auf Knopfdruck noch ganz genau erinnern: „Wir sind ins Spiel rein und wollten alles versuchen, was in unserer Macht steht. Das Spiel wurde von Minute zu Minute offener, und es kam das Gefühl hoch: Hey, vielleicht geht da ja was. In der zweiten Halbzeit hatten wir kaum noch Entlastung, Bayern-Stürmer Adolfo Valencia traf den Pfosten und wir hatten das Glück auf unserer Seite.“

Seinen schnellsten Sprint übrigens hatte Schmidt unmittelbar nach dem 1:0 kurz vor der Pause hingelegt, als er in Richtung des Torschützen Roland Stein stürmte. „Ich weiß gar nicht mehr, wie schnell ich da vorne war“, sagt er und lacht. Auch am Ende wurde gefeiert – die Kicker aus dem 400-Einwohner-Dorf hatten gegen die Bayern Fußballgeschichte geschrieben.

So wie der 1. FC Heidenheim an diesem Mittwoch?