Sexismusvorwurf gegen Apple Card Kreditkarte soll Frauen bei Kreditvergabe diskriminieren

Von red/AFP 

Kann eine Kreditkarte sexistisch sein? Wenn es nach einem US-Unternehmer geht, auf jeden Fall. Ihm werde ein 20-mal höherer Kreditrahmen eingeräumt als seiner Ehefrau. Nun prüft die Finanzaufsicht den Fall.

Die Apple Card wurde erst im März diesen Jahres vorgestellt. (Archivbild) Foto: AP/Tony Avelar
Die Apple Card wurde erst im März diesen Jahres vorgestellt. (Archivbild) Foto: AP/Tony Avelar

New York - Nach einer Kundenbeschwerde über mögliche Geschlechterdiskriminierung bei der neuen Kreditkarte des Technologiekonzerns Apple hat die New Yorker Finanzaufsicht Untersuchungen aufgenommen. Es werde überprüft, ob bei der Kreditkarte „alle Kunden unabhängig vom Geschlecht gleich behandelt werden“, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde am Samstag. 

Apple Card als „verdammtes sexistisches Programm“?

Der Unternehmer David Heinemeier Hansson hatte sich zuvor in einer Reihe von Twitter-Mitteilungen beschwert, die Apple Card sei ein „verdammtes sexistisches Programm“. Ein Algorithmus der Karte habe ihm selbst einen 20-mal höheren Kreditrahmen eingeräumt als seiner Ehefrau, obwohl sie beide gemeinsam steuerlich veranlagt würden. Hansson hatte zudem über seine endlosen fruchtlosen Konversationen mit dem Apple-Kundendienst berichtet, wo ihm niemand die Ungleichbehandlung habe erklären können und der Algorithmus verantwortlich gemacht worden sei. Die Tweets erregten im Internet großes Aufsehen.

Ein Sprecher des Geldhauses Goldman Sachs, das die Kreditkarte herausgibt, erklärte, Entscheidungen über den Kreditrahmen basierten „auf der Kreditwürdigkeit eines Kunden und nicht auf Faktoren wie Geschlecht, Rasse, Alter, sexueller Orientierung oder irgendeiner anderen vom Gesetz verbotenen Grundlage“.