Sicherheits-Update bei Apple Heimliches Mithören soll abgeschaltet werden

Von Jacqueline Haller 

Die FaceTime-Funktion von Apple-Geräten steht in der Kritik – Telefone konnten damit abgehört werden. Nun möchte die Firma mit einem Update die Sicherheitslücke schließen.

Ein Nutzer hält ein Apple-Gerät mit der vorinstallierten FaceTime-App in der Hand. Foto: AFP
Ein Nutzer hält ein Apple-Gerät mit der vorinstallierten FaceTime-App in der Hand. Foto: AFP

Cupertino - iOS 12.1.4: So heißt das neueste Update des Smartphone-Riesen Apple, das ab sofort verfügbar ist. Das Technologie-Unternehmen möchte damit vor allem wichtige Sicherheitslücken im iPhone- und iPad-Betriebssystem schließen.

So möchte Apple unter anderem das Problem lösen, das bisher bei FaceTime-Gruppenanrufen bestand. Die App kann zur Videotelefonie zwischen Apple-Geräten genutzt werden. Durch einen Fehler in der Programmierung begannen FaceTime-Gespräche bereits bevor der Gesprächspartner den Anruf annahm. Das unbemerkte Belauschen von anderen Apple-Nutzern wurde so ermöglicht.

Der 14-jährige Schüler Grant Thompson machte die Technologiefirma durch seine Mutter darauf aufmerksam, die den Apple-Support kontaktierte.

Die Sicherheitslücke gab Apple dann Ende Januar 2019 offiziell bekannt; und deaktivierte folglich FaceTime-Gruppenanrufe komplett. Nach einer Installation des Updates sollen diese Gespräche nun wieder möglich sein.

Apple beseitigt mit dem Update zudem einen Bug bei der Live-Photo-Funktion von FaceTime. Mit dieser Funktion können Gesprächspartner Screenshots ihrer Unterhaltung machen.

Weitere Sicherheitslücken sollen geschlossen werden

Neben den Veränderungen bei FaceTime möchte Apple mit dem Update zwei weitere Sicherheitslücken schließen. Diese wurden von Googles Project-Zero entdeckt – ein Team voller Sicherheitsanalysten, die nach Schwachstellen in der Software suchen.

Beide Sicherheitslücken sollen bereits durch Angreifer ausgenutzt worden sein, so Project-Zero-Chef Ben Hawkes auf Twitter. Apple nahm dazu jedoch noch keine Stellung ein.

Durch eine Sicherheitslücke konnten Hacker bisher Schadsoftware auf den Geräten installieren und sich selbst tiefgreifende Berechtigungen erteilen. Zudem konnten Apps die eigenen Rechte ausweiten – ohne Zustimmung des Nutzers. Beides soll nach dem Update nicht mehr möglich sein.

Das Update ist verfügbar ab dem iPhone 5s sowie für Nutzer des iPod touch der 6. Generation und des iPad Air. Noch im ersten Quartal 2019 wird zudem bereits das Softwareupdate iOS 12.2 erwartet – gespickt mit neuen Funktionen für Apple-Geräte.