Sommerbilanz in Stuttgart Bäder gehen baden, Kinos sind gut besucht

Viel Platz zum Springen hatten die Besucher im Möhringer ­Freibad.Foto:Horst Rudel Foto:  
Viel Platz zum Springen hatten die Besucher im Möhringer ­Freibad. Foto:Horst Rudel

Der Sommer konnte nicht gerade mit vielen Sonnentagen glänzen. Entsprechend fällt die Bilanz aus: Kaum mehr als eine halbe Million Besucher – eine ernüchternde Zahl für die Bäderbetriebe Stuttgart.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Kaum mehr als eine halbe Million Besucher – es ist eine ernüchternde Zahl für die Bäderbetriebe Stuttgart, die Christa Siegler von der Finanzabteilung kurz vor Saisonende präsentiert. 546 930 Besucher hat es in der Sommersaison 2014 in die Freibäder getrieben – der Planwert lag bei 650 000 Besuchern. „Es sind also gut 100 000 Besucher weniger gekommen als wir erwartet und mit denen wir gerechnet hatten“, erklärt Siegler und ergänzt: „Allein bei den Freibädern müssen wir also mit einer Umsatzminderung von rund 300 000 Euro rechnen.“ Das Wetter in den vergangenen Monaten sei „einfach katastrophal“ gewesen, wie es Siegler zusammenfasst. Es gab keine länger anhaltende Schönwetterphase, die Lust auf einen Besuch im Freibad gemacht hätte.

„Im August haben wir in Stuttgart auf dem Schnarrenberg nicht einen Sommertag registriert“, sagt Klaus Riedl vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Nicht an einem einzigen Tag also stiegen die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius, die mittlere Temperatur lag bei nur 17,2 Grad. Dass das absolut kein Freibadwetter ist, belegen die Zahlen für den August: Nur 73 165 Besucher gingen in Stuttgart baden. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum mehr als doppelt so viele, nämlich 149 405 – das ist ein Minus von 51 Prozent.

Die Museen waren gut besucht

Des einen Leid ist des anderen Freud: Während die Freibäder unter dem großen Besucherschwund zu leiden haben, haben vor allem diejenigen Attraktionen punkten können, die ihren Besuchern neben Ausstellungsstücken auch ein Dach über dem Kopf bieten können – so wie die beiden Häuser des Staatlichen Museums für Naturkunde. „Wir sind mit den Besucherzahlen in den Sommerferien im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr zufrieden“, sagt die Sprecherin Sabrina Hohbach. „Auch bei uns hat sich das schlechte Wetter bemerkbar gemacht“ – allerdings positiv. Im August konnte das Naturkundemuseum rund ein Drittel mehr Besucher verzeichnen als im Vorjahr.

Die Besucherzahlen im Mercedes-Benz Museum sind schon im vergangenen Sommer zufriedenstellend gewesen, allerdings räumt eine Museumssprecherin für dieses Jahr ein: „Das schlechte Wetter hat mehr Besucher ins Museum gebracht als sonst.“ Beim Open Air Kino am Museum gab es dagegen gemischte Gefühle. Viele Filme seien schon im Voraus ausgebucht gewesen, sagt die Sprecherin. Bei schlechtem Wetter blieben dann trotz ausverkauftem Haus einige Ränge leer. „Andere Besucher nahmen es mit Humor und kamen in Gummistiefeln“, so die Sprecherin.

Die Kinos können nicht klagen

Für die Filmfans, die lieber im Trockenen und ohne Gummistiefel ihrem Hobby nachgehen, boten die Kinos in der Stadt eine große Filmauswahl – und besonders im regnerischen August wurde das auch sehr gut angenommen, sagt der Geschäftsführer der Arthouse-Kinos, Peter Erasmus: „Das waren die besten Sommerferien, an die ich mich erinnern kann, richtiges Kinowetter.“ Allerdings waren die Monate davor weniger erfolgreich: Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgte zwar für volle Biergärten, dafür aber für leere Kinosäle.

Sonja Merz, Geschäftsführerin des Biergartens im Schlossgarten, blickt trotz Fußball-Wahnsinn im Juni und Juli nur wehmütig auf den Sommer zurück: „Die Stimmung ist bei uns wie das Wetter im August: trübe.“ An manchen Regentagen musste der Biergarten zwei Stunden nach dem Öffnen schon wieder geschlossen werden. „Die lauen Sommernächte habe ich sehr vermisst“, sagt Merz. Nun hoffe sie auf einen Altweibersommer mit sonnigen Nachmittagen.

Eis wurde viel gegessen

„Auch wenn der August schlechter lief als in den vergangenen Jahren“, sagt Kerstin Weeber, eine der beiden Geschäftsführerinnen der Eisdiele Pinguin, „sind wir zufrieden mit der Saison.“ Das Frühjahr sei sehr sonnig gewesen, das habe sich positiv auf die Eisverkäufe ausgewirkt. Wenn die Wettervorhersage das hält, was sie verspricht, dann werden die Temperaturen in der kommenden Woche noch einmal an Sommer erinnern und zumindest einen schönen Spätherbst bescheren. Die Freibadsaison wird das nicht mehr retten können: Denn bis auf das Freibad Möhringen, das am 21. September schließt, ist Sonntag der letzte Öffnungstag der Freibäder.




Unsere Empfehlung für Sie