Sommerfestival „Stuttgart am Meer“ Dünen, Drinks und Bratwurst – so trickst das Festival Corona aus

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Das Stadtpalais eröffnet wieder sein Sommerfestival „Stuttgart am Meer“ – und der Museumsgarten wird zu einer Sommeroase in der City. Urlaubsgefühle ganz ohne Corona-Angst verspricht eine Dünenlandschaft.

Das Sommerfestival „Stuttgart am Meer“ begrüßt seine Besucher in diesem Jahr mit einer Corona-konformen Dünenlandschaft. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 4 Bilder
Das Sommerfestival „Stuttgart am Meer“ begrüßt seine Besucher in diesem Jahr mit einer Corona-konformen Dünenlandschaft. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Sonnen in der Toskana, abtauchen an der Côte d’Azur oder feiern auf Ibiza – das Coronavirus macht den Urlaubsplänen vieler Menschen in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. Auf das Gefühl von Sonne, Strand und Meer müssen Stuttgarter aber nicht ganz verzichten. Die dritte Auflage des Sommerfestivals „Stuttgart am Meer“ am Stadtpalais kommt wie gerufen: Von Samstag an bis zum 13. September verwandelt sich der Museumsgarten in eine Sommeroase mitten in der City. In diesem Jahr gibt es das Festival in der Corona-Sonderedition unter dem Motto „Kopf über Wasser“. Urlaubsfeeling ganz ohne Corona-Angst verspricht eine Landschaft aus Dünen – mit der die Macher das Virus geschickt austricksen.

Die Pandemie hat das Stadtpalais vor eine schwierige Aufgabe gestellt: „Es gab starke Zweifel, „Stuttgart am Meer“ dieses Jahr umzusetzen. Wir hatten es fast schon abgeschrieben“, berichtet Museumsdirektor Torben Giese am Donnerstag. Doch ein pfiffige Idee rettete Stuttgarts städtische Urlaubsoase: „Wir haben uns dazu entschieden, anstatt eines Festivals mit Märkten und Aktionstagen, ein Installation umzusetzen, welche die Besucher geschickt auf Abstand hält.“ Die Schlittenpiste aus den Wintermonaten wurde zu einer vertikalen Liegewiese umfunktioniert. Die gelben Dünenelemente sind aus wieder aufbereitetem Holz entstanden.

Urlaubsgefühle an der B14

Natürlich kann das Stadtpalais den Stuttgartern kein echtes Meer bieten – und auch Elemente wie die Surfwelle, die Wasserrutsche oder die Skatepiste sind in diesem Jahr Corona-bedingt tabu. Doch neben den Dünen sorgen kleine Wasserbecken, Sandkästen und Sonnenschirme für Urlaubsfeeling. Auch Liegestühle, Hängematten und eine Strandbar dürfen für den gefühlten Urlaub an der B14 nicht fehlen.

So können Stuttgarter am Stadtpalais trotz Corona auf einer Düne unter der Sonne fläzen, die Füße ins Wasser strecken und sich bei einem kühlen Getränk vorstellen, der Lärm der B14 wäre Wellenrauschen – mitten in der Innenstadt sollen sich Stuttgarter wie im Urlaub fühlen – ganz ohne in einen Flieger zu steigen, betont der Museumsdirektor. Der Traum von Stuttgart am Meer werde damit für sechs Wochen Wirklichkeit – und das ganz „ohne schlechtes Corona-Gewissen“, verspricht Giese. In einem kleineren Rahmen soll es auch Konzerte, Yoga-Sessions und eine Bastelshow in den Dünen geben.

Sonnenplätze auf der Düne müssen gebucht werden

„Dieses Jahr ist Stuttgart am Meer nicht wie sonst ein offenes Festival“, sagt Giese. „Wir erwarten in diesem Jahr deutlich weniger Menschen, da die Besucherzahl streng limitiert ist, um einen sicheren Tag am Meer zu garantieren.“ Für ein Sonnenplätzchen müssen Besucher vorab ein „Dünenstück“ im Internet oder am Infopoint buchen, Grill, Sonnenschirm und Tisch sind inklusive. Wer für knapp zwei Stunden eine Düne und einen Pool ganz für sich alleine oder zu zweit haben mag, zahlt zum Beispiel drei Euro Gebühr. Im Preis enthalten sind auch Polster, Spiele und ein Sandaufgang. Wer Lust auf Bratwurst, Steaks oder vegetarisches Gegrilltes hat, kann Essenspakete für fünf bis zehn Euro dazu buchen. Für das Wochenende sind fast alle Plätze schon ausgebucht – kein Wunder bei vorhergesagten Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke.

Lesen Sie hier: Stuttgart am Meer – die Highlights im Speedrun

Bereits in den vergangenen zwei Jahren war das Festival Stuttgart am Meer fester Bestandteil des sommerlichen Veranstaltungskalenders und ein großer Erfolg. Immer mit dabei war stets die Auseinandersetzung mit städtebaulichen Themen und vor allem die Frage: Wie wollen wir im urbanen Raum heute und in der Zukunft leben?

Im Zentrum steht in diesem Jahr eine Ausstellung, die sich mit dem weltweiten Umgang mit Wasser in Städten auseinandersetzt. Auch die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) ist wieder mit an Bord. In den ersten beiden Wochen gibt es in einer Außeninstallation großformatige Illustrationen von Max Guther zu sehen. Die Werke zeigen urbane Orte, die sich so oder so ähnlich in der Region Stuttgart finden könnten.




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