Sonny Chiba an Covid-19 gestorben Japans Gegenpol zu Bruce Lee

Sonny Chiba (1939-2021) in Quentin Tarantinos „Kill Bill“ Foto: imago images/Everett Collection/Miramax 10 Bilder
Sonny Chiba (1939-2021) in Quentin Tarantinos „Kill Bill“ Foto: imago images/Everett Collection/Miramax

Sonny Chiba hat als Darsteller und Stunt-Choreograf das Actionkino verändert. Nun ist er im Alter von 82 Jahren an Covid-19 gestorben

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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Stuttgart - Hattori Hanzo schneidet feinstes Sushi. Aber diese Figur aus Quentin Tarantinos „Kill Bill“, gespielt von Sonny Chiba, ist auch ein Meister der Schwertschmiedekunst im Ruhestand. Hanzo ist Tarantinos Huldigung an Chiba, als Darsteller und Stuntchoreograf eine prägende Gestalt des Actionkinos. Der am 19. August im Alter von 82 Jahren an Covid-19 Verstorbene kam 1960 zum japanischen Fernsehen. Was da an Prügeleien und Hoppla-Momenten geboten wurde, gefiel dem Ex-Kunstturner nicht. Der athletische Mann arbeitete nicht nur an sich und seinen Choreografien, er machte eine Schule für Martial-Arts-Stunts auf.

Mit dem Kinofilm „The Street Fighter“ von 1974 erlebte er den internationalen Durchbruch. Der Siegeszug des asiatischen Martial-Arts-Kinos durch jenen Teil der Filmwelt, die lange für eine Schmuddelgosse gehalten wurde, war sehr auch ihm zu verdanken. Der heute im Westen bekanntere Bruce Lee gab seinen Kung-Fu-Kämpfen ein stark tänzerisches Element. Jackie Chan brachte in seine Choreografien Züge von Zirkusakrobatik und Slapstick-Clownerie. Bei Chiba sah alles im positiven Sinn nach Arbeit, Grenzgang, Anstrengung aus. Chiba erdete die Kämpfe im Bewusstsein, dass es für seine Figuren um alles ging. Und für ihn, wenn er mal wieder ohne Sicherungsseil auf der Hochhauskante balancierte, eben auch.




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