SPD-Kanzlerkandidaten Beliebtheit

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Beliebtheit

Hier liegt Martin Schulz vorn. Allerdings liefern Umfragen, man weiß das nicht erst seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, ein trügerisches Bild. Außerdem hat die Zustimmung zu Schulz sicher viel damit zu tun, dass er vor allem außenpolitisch brillieren kann, aber innenpolitisch ein unbeschriebenes Blatt ist, weshalb er in diesen Bereichen noch nicht viele Ecken und Kanten aufweist. Er ist deshalb in vielen Bereichen eine Projektionsfläche. Die Frage ist, ob seine Beliebtheitswerte so hoch bleiben, wenn sich seine konkreten politischen innenpolitischen Ziele besser fassen lassen. Auch Steinbrücks Popularitätswerte waren bis zu seiner Nominierung zum Kandidaten blendend. Als ihm dann aber die SPD ein dezidiert linkes Wahlprogramm aufzwang, litt seine Glaubwürdigkeit gehörig.

Gleichwohl machen Gabriel seine schwachen Werte – bei einer Direktwahl erhielte er 21, die Kanzlerin 51 Prozent - zu schaffen. Er weiß, dass sein Bild in der Öffentlichkeit bereits in allen Details gezeichnet ist. Und dieses Bild zeigt einen Politiker, der dazu neigt, sprunghaft seinen Launen nachzugegeben. In einem stehen sich Gabriel und Schulz in nichts nach: Wahlkampf können beide, sie sind glänzende Redner. Merkel würde sie deshalb niemals unterschätzen.