SPD will Energiewende forcieren Doch Windräder in Stuttgart?

Vor sechs Jahren gab es im Rathaus großen Protest gegen Windkraftpläne – und die Stadt stieg aus den Überlegungen aus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Vor sechs Jahren gab es im Rathaus großen Protest gegen Windkraftpläne – und die Stadt stieg aus den Überlegungen aus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Sozialdemokraten wollen nach möglichen Standorten suchen – in den Wäldern auf Stuttgarter Gebiet. Dabei ging das früher schon einmal schief.

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Stuttgart - Die SPD im Stuttgarter Rathaus möchte die früheren Windkraftpläne der Stadtwerke wiederbeleben. In einem neuen Antrag für die Energiewende knüpft sie an das Ziel der Landesregierung an, die Windkraftnutzung mittels Standorten in Staatswaldgebieten auszubauen. Lucia Schanbacher, die klimapolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, sagte am Donnerstag, es müsse geklärt werden, ob und mit welchen Standorten die Stadt am Ausbauprogramm partizipieren könne. Dabei könne sich auch herausstellen, räumte sie ein, dass man wegen des Artenschutzes oder wegen Windarmut keine geeigneten Standorte finde. Zumal die Stadtwerke vor fast einem Jahrzehnt das Stadtgebiet sondierten und 2015 dann ein Vorhaben im Tauschwald bei Feuerbach beendet worden ist, nachdem es auf planungsrechtliche Probleme und Widerstand in der Bevölkerung gestoßen war. Die Sache müsse aber neu angegangen werden, meint die SPD. Stuttgart decke bisher nur zwei Prozent des Wärme- und Stromverbrauchs im Stadtgebiet mit erneuerbaren Energien aus der Produktion in Stuttgart ab.

Abwärme von Großrechnern soll Energiewende befeuern

Die Fraktion möchte auch andere Potenziale für eine klimagerechte Energiewende heben. So solle die Wasserwärme im Neckar mit einer großen Flusswärmepumpe genutzt und in kohlendioxid-neutrale Fernwärme umgesetzt werden. Ein Projekt wie in Heidelberg könne in Stuttgart die Hälfte der Fernwärmeproduktion ermöglichen und die Umstellung von Kohleverfeuerung auf das ebenfalls Kohlendioxid freisetzende Erdgas erübrigen. Die Stadt solle die Versuche zur Übernahme des Netzes von der EnBW forcieren und ein Gutachten zur Umstellung des Fernwärmenetzes auf erneuerbare Energien einholen. Weiterkommen möchte man auch bei der Nutzung von Abwärme aus EDV-Anlagen. Allein der Superrechner der Uni Stuttgart erzeuge so viel Abwärme, dass man die Gebäude im gesamten Neckarpark heizen könnte. Die Verwaltung müsse klären, welche Potenziale in Stuttgart nutzbar wären – und wie.

Die Vorschläge betrachtet die SPD als Konkretisierung, was mit der einen Milliarde Euro geschehen sollte, die die Stadt in erneuerbare Energien investieren solle. Darüber möchte die Fraktion am 16. Juli im Klima-Ausschuss debattieren.




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