Sportdirektor des VfB Stuttgart Das spezielle Hobby des Sven Mislintat

Trägt vornehmlich VfB-Klamotten statt die seines eigenen Labels: Sven Mislintat Foto: Baumann/Alexander Keppler
Trägt vornehmlich VfB-Klamotten statt die seines eigenen Labels: Sven Mislintat Foto: Baumann/Alexander Keppler

Sven Mislintat hat sich als Sportdirektor mit dem Blick für Talente einen Namen gemacht. Dabei beackert der 48-Jährige auch noch ganz andere Geschäftsfelder.

Sport: Gregor Preiß (gp)
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Stuttgart - Früher war es gang und gäbe, sich neben dem Profifußball ein zweites oder gar drittes Standbein aufzubauen. Die Tennishalle, die Toto-Lotto-Filiale oder der Getränkeladen waren in den 1970er und 80er Jahren ein beliebtes, heutzutage aber weithin überkommenes Geschäftsmodell. Profis der Generation Y setzen nebenher eher auf ein (Fern-)Studium, um für die Zeit nach der Karriere gerüstet zu sein. Die Allermeisten, ob Spieler, Trainer oder Funktionäre, konzentrieren sich jedoch vollumfänglich auf den Fußball. Dafür sind die Jobprofile heutzutage zu ausfüllend und die Gehälter üppig genug. Zumindest in der Bundesliga.

Sven Mislintat tickt auch hier ein wenig anders. Der Sportdirektor des VfB Stuttgart war 2016 nicht nur einer der Mitbegründer der Fußball-Software Matchmetrics. Seit acht Jahren ist er außerdem an einer Modefirma beteiligt, wie er nun am Rande eines Mediengesprächs verriet. „Ich habe das mit einem Freund gemeinsam in Bochum angefangen. Für ihn ist es Arbeit, für mich ein Hobby.“

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Ruhrindustries nennt sich das kleine Label, das nach eigenen Angaben für „hochwertige, unverfälschte Streetwear aus dem Ruhrgebiet“ steht. Der Bochumer Wasserturm ziert die im mittleren Preissegment angesiedelte Kleidung, die für alle Lebenslagen dienen soll. Motto der ersten Used-Look-Kollektion: Everything’s dirtier in the West. „Im Ruhrgebiet geht es etwas härter, und vielleicht auch ein wenig dreckiger zu“, sagt der Mitbegründer Mislintat, als gebürtiger Dortmunder selbst ein Kind des Ruhrgebiets. Als Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zeichnen sich die Stoffe durch besondere Strapazierfähigkeit aus. Man produziere so „nachhaltig wie möglich“, betont der 48-Jährige, der sich anfangs „negativ fasziniert“ von den Produktionsbedingungen in der Textilindustrie zeigte. Das Unternehmen selbst schreibt sich Fairtrade auf die Fahnen.

Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft

In Bochum wird die Kollektion in einem kleinen Laden vertrieben. An diesem Wochenende führt der Spielplan den Westfalen zurück an seinen früheren Studienort, am Sonntag (15:30 Uhr) gastiert der VfB beim VfL. Und so blickt Mislintat rein sportlich auf die Reise tief in den Westen. „Nach Bochum“, sagt er, „bin ich eigentlich immer nur gefahren, um Punkte zu entführen.“




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