Sportpolitik in Leonberg Das neue Vereinszentrum nimmt Formen an

Von Thomas K. Slotwinski 

139 Pfeiler in der Erde sind die Vorboten eines Hallenkomplexes, der 2021 fertig sein soll. Mit Fitness- und Gesundheitsangeboten will der SV Nichtmitglieder ansprechen.

Die Pfeiler geben dem künftigen Hallenkomplex des SV Leonberg/Eltingen in der Bruckenbachstraße Halt. Foto: factum/Jürgen Bach
Die Pfeiler geben dem künftigen Hallenkomplex des SV Leonberg/Eltingen in der Bruckenbachstraße Halt. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - Die Fläche zwischen der kleinen Halle und dem Fußballplatz ähnelt einem überdimensionalen Nagelbrett. 139 Betonpfeiler ragen aus der Erde hervor. Sie sind Garant dafür, dass die künftige Halle im weichen Boden am Ufer der Glems buchstäblich auf festen Pfeilern steht. Dafür sind sie viele von ihnen mit einer Spezialmaschine bis zu neun Meter tief ins Erdreich gerammt worden.

Kleine Halle bleibt stehen

Alexander Hof, dem technischen Leiter des Bauunternehmens Moser, gefällt es selber gut, was seine Männer am Rande der Bruckenbachstraße vollbringen. Die in Freiburg, Baden-Baden und Leonberg ansässige Firma ist das Generalunternehmen für das Vereinszentrum des SV Leonberg/Eltingen. Bis Ende April 2021 wollen sie einen Hallenkomplex hochziehen, der mit der kleinen Halle des ehemaligen TSV Eltingen verbunden ist. Die große Halle war im Frühjahr abgerissen worden, um Platz für den Neubau zu schaffen.

Angebot für Nichtmitglieder

Damit nimmt das künftige Domizil des Großvereins mit 4400 Mitgliedern Formen an. Hier entsteht eine dreiteilbare Zweifeldhalle, ein Gesundheitsbereich mit Fitnessgeräten, eine Turnhalle mit Sauna und Verwaltungsräume. Das Ganze nennt sich Sportvereinszentrum und soll auch Nichtmitglieder ansprechen, etwa durch ein Fitnessstudio oder Gesundheitsprogramme und Kurse. Dieses Konzept gibt es 40-mal in Baden-Württemberg.

Finanzieller Kraftakt

Der Neubau löst die alten Domizile der TSG Leonberg und des TSV Eltingen ab. Beide Vereine sind seit dem 1. Januar des vergangenen Jahres fusioniert. Das TSG-Gelände in der Jahnstraße wurde aufgegeben. Hier sind bereits erste Arbeiten für ein neues Wohnviertel im Gange. Das alte TSV-Areal ist nun Sitz des verschmolzenen Vereins. Ein neuer Rasenplatz hinter dem Leobad ist bereits in Betrieb.

Das Vereinszentrum ist ein finanzieller Kraftakt. Zwar wurden die Kosten von 13 Millionen auf unter 10 Millionen Euro gedrückt. Von der Stadt gibt es im Rahmen der Vereinsförderung 3,5 Millionen Euro, 825 000 Euro schießt der Württembergische Landessportbund zu. Mit den örtlichen Banken hat der Vorstand über Kredite verhandelt. Durch Einnahmen aus den Kurs- und Fitnessangeboten will der Verein sein neues Zentrum refinanzieren.

Vor dem Zeitplan

Seit dem Wochenende steht dem Projekt auch baurechtlich nichts mehr im Wege. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn brachte das Dokument mit dem halben roten Punkt, die Freigabe für die Tiefbauarbeiten, vorbei und lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem SV und der Stadtverwaltung. Die verbalen Blumen gab der Vorsitzende Michael Hager gerne zurück: „Genau vor zwei Jahren bekam der Vorstand von den Delegierten den Auftrag zur Planung. Ohne die Stadt und den Gemeinderat wäre dieses Tempo nicht möglich gewesen.“

Das sieht auch der Bauleiter Alexander Hof so: Das städtische Baudezernat habe alle Anträge zügig und konstruktiv bearbeitet. Tempo machen zudem die Männer auf der Baustelle. „Im März werden die neun Meter hohen Wände in ein Gerippe gegossen“, berichtet das SV-Vorstandsmitglied Matthias Groß. „Wir sind knapp vier Wochen vor dem Zeitplan.“