Sportsfreund des Tages Andreas Wolff – der König der Konsole

Von Jürgen Frey 

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Handball-Nationaltorwart Andreas Wolff.

Mann mit spektakulären Paraden: Nationaltorwart Andreas  Wolff. Foto: Baumann
Mann mit spektakulären Paraden: Nationaltorwart Andreas Wolff. Foto: Baumann

Stuttgart - Man kennt ihn als die Nummer eins im deutschen Handball-Tor: Wenn der 1,98-m-Riese Andreas Wolffdie Schuhspitze mit seiner sagenhaften Beweglichkeit explosionsartig nach oben reißt und die Bälle aus dem Torwinkel kratzt, oder sich raketenartigen Wurfgeschossen mit im Schnitt 100 Kilometern pro Stunde aus dem Rückraum entgegenwirft, dann sorgt das nicht nur bei Sportfans für Aufsehen.

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Doch der Koloss zwischen den Pfosten ist nicht nur auf dem Handball-Feld ein gefürchteter Gegner. Sein Ehrgeiz und Hang zum Perfektionismus treibt ihn auch in der Freizeit an: Der Hobby-Gamer zockt für sein Leben gerne und gilt als König der Konsole. Kritik am E-Sport, er sei zu passiv und langweilig, kann er ganz und gar nicht nachvollziehen. Wolff schwärmt von der Arbeit am Controller: Sie erfordere Präzision, Geschick, Schnelligkeit, eine ausgeprägte Hand-Augen-Koordination. Eine Parallele zu seinem Job im Handballtor. Und überhaupt: „Wer sagt, E-Sport ist langweilig, kann auch sagen Handball oder Fußball seien langweilig“, stellt Wolff klar.

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Ab sofort gibt es von Wolffs Künsten an der Konsole sogar Livestreams. Bleibt die Frage: Wer übernimmt die Rolle des zweiten Mannes, die Helferdienste, die Wolff von seinem Hauptsport gewohnt ist? Denn im Handball kommt es zwischen den beiden Torwart-Kollegen während des Spiels zu dem immer wiederkehrenden Ritual: Handtuch reichen, Trinkflasche aufdrehen, Trinkflasche übergeben, Trinkflasche zuschrauben. Und schweißtreibend sind Wolffs Ballerspiele an der Konsole allemal – selbst wenn keine Bälle aus dem Torwinkel gekratzt werden müssen.

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