Stadtkind Stuttgart

Stadtkind-Kolumne Wiedersehen mit der Romantica

Von Ina Schäfer 

Ein Abschied, der gar keiner war: Die Bar Romantica hat sich zurückgemeldet - mit neuen Betreibern und altem Konzept. Die Veranstaltung "Zwischen/Miete" wagt sich hingegen an ein neues Konzept: Ein Literatur-Festival an verschiedenen Orten.

Am Donnerstagabend kann die neue, alte Bar Romantica besichtigt werden. Foto: Bar Romantica
Am Donnerstagabend kann die neue, alte Bar Romantica besichtigt werden. Foto: Bar Romantica

Stuttgart - Mensch, das ging schnell. Praktisch nahtlos, ohne Verschnaufpause, geht’s nach der großen Abschiedsparty auch schon wieder weiter. Gleicher Name, gleiches Konzept. Die Rede ist von der Bar Romantica, die Janusch Munkwitz im Juni aufgegeben hatte, um sich anderen Projekten zu widmen. „Wir wollen etwas Neues und Anderes aufbauen und dazu muss man sich eben manchmal von Dingen trennen“, hieß es damals auf der Facebook-Seite, um einem kleinen oder großen Aufstand zum Thema Clubsterben zuvorzukommen.

Die Nachfolge war schnell geklärt: Nun haben Femke Bürkle und Marco Bastone die Verantwortung übernommen und alles andere gleich mit dazu. Schließlich hatte sich das Konzept des Clubs an der Hauptstätter Straße in der Vergangenheit bewährt. Die beiden sind sonst als DJs im Nachtleben aktiv und veranstalten die dienstägliche Märchenstunde in der Corso Bar am Hans-im-Glück-Brunnen, die wenig mit Aschenputtel, aber viel mit elektronischer Musik zu tun hat. Letztere wird auch weiterhin an der Hauptstätter Straße zu hören sein. Sogar einige Veranstaltungsreihen wie die beliebten Common Sense People bleiben regelmäßige Gäste.

Butterbrezeln, Bier und Literatur

Das wurde am vergangenen Wochenende schon gebührend gefeiert, mit einer rauschenden Party in der knallvollen Romantica. Geöffnet hat man in Zukunft von Donnerstag bis Sonntag. Gleich an diesem Donnerstagabend kann man sich also selbst ein Bild von der neuen, beziehungsweise alten, Bar Romantica machen.

Etwas ruhiger geht es am Freitag und Samstag beim großen Lesefestival der Reihe Zwischen/Miete zu. Die ist im April vergangenen Jahres von Literaturhaus-Chefin Stefanie Stegmann initiiert worden und bringt seither in regelmäßigen Abständen junge Autoren in Stuttgarter Wohngemeinschaften. Eine gemütliche Lesung in lockerer Atmosphäre auf der heimischen Couch, der Autor praktisch mittendrin, dazu gibt es Butterbrezeln und Bier, wie sich das in einer WG gehört – kein Wunder kommt das Konzept gut an.

Nun möchten die Veranstalterinnen an diesem Wochenende einen draufsetzen und nicht mehr nur Wohnungen, sondern gleich die halbe Stadt bespielen. Zusätzlich gibt es beim großen Festival von Zwischen/Miete Musik und Poetry Slam. Die Veranstaltungen sind teilweise wie gewohnt in WGs, aber auch etwa im Wüttembergischen Kunstverein oder am Inneren Nordbahnhof. Dort gedenkt man der mit 22 Jahren tödlich verunglückten Schriftstellerin und Yale-Absolventin Marina Keegan mit einem ihr gewidmeten Abend. Natürlich werden Passagen aus ihrem Tagebuchroman „Das Gegenteil von Einsamkeit“ gelesen. Auf dem Schlossplatz lesen statt Autoren Stuttgarter Schauspielschüler aus Nachwuchswerken.




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