Das zähe Ringen scheint beendet: Stadtplaner und Bezirksbeiräte haben sich auf Kompromisse bei der Umgestaltung des Keltervorplatzes geeinigt. Im Mittelpunkt steht ein Baumdach, das Schatten spendet und den Verkehr bremst.

Wangens Kelter gehört seit der Sanierung des 300 Jahre alten Fachwerkgebäudes zu den Schmuckstücken im Ortskern. Die Flächen davor inklusive der Ulmer Straße wirken jedoch wenig einladend. Für die Umgestaltung des Keltervorplatzes fehlte in den vergangenen Jahren allerdings stets das Geld. Das soll sich nun ändern. Die Stadtplaner hatten Ende 2021 ihre Vorschläge vorgestellt. Das Konzept ging über die reine Umordnung des Gehwegbereichs vor der Kelter hinaus. Es bezieht die Ulmer Straße mit ein. Bei Wangens Bezirksbeiräten fiel die Vision der Planer nur teilweise auf fruchtbaren Boden. Sie kritisierten vor allem den Wegfall von bis zu zwölf Parkplätzen. Deswegen legten die Beiräte Anfang Januar einen eigenen Alternativentwurf vor. Der Stadtplaner Klaus Volkmer und der Projektarchitekt Frank Hermann legten den Lokalpolitikern nun einen überarbeiteten Vorentwurf vor.

 

Autofahrer ausbremsen

„Dabei haben wir viele ihrer Vorschläge berücksichtigt“, so Volkmer. Den Mittelpunkt bildet weiterhin ein Baumcarré mit drei mal drei Laubriesen, die im Bereich des Haupteingangs in die Kelterhalle stehen. „Dieses Baumdach spendet an heißen Sommertagen Schatten, lädt zum Verweilen ein und verstärkt den kompakten Platzcharakter“, warb Hermann für seine Idee. Für Autos und Fahrradfahrer bleibt eine Fahrbahnbreite der Straße von 5,50 Meter. Der Licht-Schatten-Wechsel und der Eindruck eines fast geschlossenen Blätterwaldes sollen die Autofahrer auf der Straße bremsen. „Das Tempo wird verlangsamt“, hofft Hermann. Diese Wirkung würde bei dem Alternativvorschlag der Wangener fehlen.

Schattenspender laden zum Verweilen ein

Letztendlich konnten die Stadtplaner die Mehrheit der Bezirksbeiräte von den Vorteilen des Baumdachs überzeugen, diese brachten aber noch einige Änderungswünsche an. So wünschen sie sich einen kombinierten Trinkbrunnen, den Kinder auch zum Spiel mit dem Wasser nutzen können. Zudem sollen die Stadtplaner einen geeigneten Standort für den Maibaum einplanen und den Schaukasten für die Vereine und Parteien an der Wand des Keltergebäudes nicht vergessen. Von der CDU kam zudem der Vorschlag, dass in der Saulgauer Straße Parkplätze gewonnen und der Taxistand in Richtung Dritte-Welt-Lädle verschoben werden könnte. „Wobei der kleine Platz mit den Rabatten an der Ecke Buchauer Straße von Autos frei bleiben sollte“, meinte Ingrid Kreis von den Freien Wählern. Über die Möblierung des Platzes und die Art der zu pflanzenden Bäume werde später konkreter gesprochen.

Die Stadtgestalter wollen sich auch überlegen, ob und wie das große Kelterdach bei der Bewässerung der umliegenden Pflanzen eine Rolle spielen könne, und in der kommenden Sitzung sollen die Verkehrsplaner ihre Ideen zur künftigen Verkehrslenkung vorstellen. „Es ist positiv, dass wir uns jetzt auf einen Kompromissentwurf einigen konnten“, dankte der Bezirksvorsteher Jakob Bubenheimer den Stadtplanern und Bezirksbeiräten. Jetzt liegt es an der Stadt, dass die Pläne – sieben Jahre nach dem Ende der Gebäudesanierung – möglichst zeitnah umgesetzt werden.