Steinewerfer im Kreis Böblingen Sechs Kilo in der Frontscheibe

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in Steinewerfer hat in Grafenau (Kreis Böblingen) ein Fahrzeug getroffen. Die Polizei setzte Hubschrauber ein, um ihn zu finden.

Der Feldstein steckt tief im Verbundglas des  BMW. Glücklicherweise schlug er mittig neben dem Fahrer ein. Foto: SDMG/Dettenmeyer
Der Feldstein steckt tief im Verbundglas des BMW. Glücklicherweise schlug er mittig neben dem Fahrer ein. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Böblingen - Riesiges Glück hat ein 20 Jahre alter Mann am Sonntag kurz vor Mitternacht gehabt. Ein unbekannter Steinwerfer hat seinen BMW auf der Straße von Böblingen nach Renningen kurz vor der Abfahrt Grafenau attackiert. Der sechs Kilo schwere Stein schlug mittig in die Windschutzscheibe ein, das Verbundglas hielt jedoch, und der Fahrer wurde nicht verletzt. Dennoch hatte sich die Scheibe mehrere Zentimeter nach innen gewölbt. Nachdem der 20-jährige sein Fahrzeug zum Stehen gebracht hatte, alarmierte er die Polizei.

Die Beamten nahmen sofort die Fahndung auf und suchten den Tatort mit einem Polizeihubschrauber ab, konnten jedoch niemanden mehr finden. Noch nicht ganz klar ist, ob der Täter den Stein von der etwa sechs Meter hohen Brücke geworfen hat oder von der Böschung. Der 20-Jährige konnte zum Täter nicht viel sagen, er hatte nur einen schwarzen Schatten auf sich zufliegen sehen. Obwohl die Scheibe gehalten hatte, war der BMW allerdings nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Jetzt sucht die Polizei Zeugen, besonders den Fahrer eines Sattelzuges mit weißem Auflieger, der zur selben Zeit unterwegs war. Die Telefonnummer der Kriminalpolizei in Ludwigsburg lautet 070 31 /13 00.

Immer wieder werden Autofahrer Ziele solcher Attacken, die wenigsten gehen so glimpflich ab wie die am Sonntag. Viele Täter werden hart bestraft, denn die Anklage lautet meist auf versuchten Mord.

Das Nürnberger Landgericht etwa sprach im Februar des vergangenen Jahres zwei 17 und 20 Jahre alten Angeklagte unter anderem des versuchten Mordes, der Körperverletzung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig. Der Ältere wurde zu vier Jahren, der Jüngere zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Öffentlichkeit war damals von dem Verfahren vor der Jugendkammer ausgeschlossen gewesen.

Anklage wegen versuchem Mord

Der Richter hatte es als erwiesen angesehen, dass die beiden Angeklagten im Mai 2018 schwere Steine und bis zu 20 Kilogramm schweren Holzpaletten von Autobahnbrücken auf die A 3 und die A 7 auf fahrende Autos und Lastwagen geworfen hatten. Ein Lastwagenfahrer erlitt dabei Schnittwunden an der Hand und den Oberschenkeln, als einer der Pflastersteine die Windschutzscheibe seines Lastwagens durchschlug.

Ein 37-Jähriger landete sogar für neuneinhalb Jahre in Haft. Im September 2016 hatte er auf der A 7 bei Giengen (Landkreis Heidenheim) eine vierköpfige Familie ins Visier genommen, die mit schweren Verletzungen den Unfall nach dem Steinwurf nur knapp überlebte. Der Täter war psychisch krank und beleidigte sogar noch vor Gericht seine Opfer.




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