Stiftung Warentest Hähnchen im Test – nur ein Produkt überzeugt völlig

Hähnchen sind  in Deutschland überaus beliebt. In puncto Fleischqualität und Tierhaltung gibt es allerdings große Unterschiede. Foto: imago/Shotshop
Hähnchen sind in Deutschland überaus beliebt. In puncto Fleischqualität und Tierhaltung gibt es allerdings große Unterschiede. Foto: imago/Shotshop

Die Stiftung Warentest hat Hähnchenschenkel auf Fleischqualität und auf Tierhaltung getestet. Nur wenige Produkte haben die Prüfer dabei überzeugt. Welche sind das – und welche sind besonders schlecht? Ein Überblick.

Volontäre: David Scheu (dsc)
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Stuttgart - Geflügelfleisch steht bei den Deutschen hoch im Kurs: Seit Jahren steigt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch, der zuletzt bei rund 14 Kilogramm im Jahr lag. Die Auswahl beim Kauf ist groß, die Qualitätsunterschiede sind es ebenfalls: Stiftung Warentest hat 17 Hähnchenschenkel getestet – und dabei sowohl den Geruch des rohen Fleischs als auch den Geschmack der zubereiteten Variante unter die Lupe genommen. Lediglich fünf der getesteten Produkte erhielten dabei die Note „gut“. Darunter sind die Bioprodukte von Rewe für 12,90 Euro pro Kilogramm und Biofino (14,90 Euro), die jeweils durch zartes und saftiges Fleisch überzeugten.

Den letzten Platz belegt ein Bioprodukt

Auf den vorderen Plätzen finden sich aber auch günstige Produkte von großen Handelsketten. Die besten Hähnchenschenkel im unteren Preissegment gibt es bei Lidl: Das Produkt Landjunker für weniger als drei Euro pro Kilogramm war in puncto Fleischqualität tadellos und enthielt keine auffälligen Keime. Auch die Schenkel der Marke Ja von Rewe können die Tester empfehlen. Besser die Finger lassen sollte man dagegen demnach von den Hähnchenkeulen der Marken Gut Langenhof von Norma und Gut und Günstig von Edeka – sie waren stark keimbelastet, beim Produkt von Edeka fanden sich sogar in einer von vier Packungen Salmonellen.

Allerdings garantiert auch ein Biosiegel nicht immer eine hohe Qualität. Die Bioprodukte von Aldi Süd und Kaufland erhielten lediglich die Note „befriedigend“, die Hähnchenkeulen von Freiland Puten fielen sogar völlig durch: Sie rochen faulig und wiesen bereits am Einkaufstag eine Woche vor dem Verbrauchsdatum im Labor eine hohe Keimzahl auf. Und dem Strich standen die Gesamtnote 5,5 und der letzte Platz. Freiland Puten hat auf die Testergebnisse reagiert und will nachbessern. „Der Anbieter hat uns versichert, dass er auf Spurensuche gehen möchte“, sagt Swantje Waterstraat von Stiftung Warentest.

Große Unterschiede bei der Tierhaltung

Neben der Fleischqualität haben die Tester auch die Produktionsbedingungen in den Blick genommen. Vor allem bei den Haltungsformen der Tiere zeigten sich dabei große Unterschiede. Den gesetzlichen Mindeststandard (Stufe 1) überschritten zwar alle Anbieter im Test, die günstigen Hähnchenschenkel großer Handelsketten stammen aber nach wie vor aus Stallhaltung (Stufe 2). „Wir begrüßen den Trend, aber es ist nur ein erster Schritt“, sagt Waterstraat. Die Verbesserungen für die Tiere seien minimal, es handele sich nach wie vor um Massentierhaltung. Für das Tierwohl gab es bei diesen Produkten deshalb nur die Note „ausreichend“.

„Wer auf das Wohl der Tiere Wert legt, sollte am besten Stufe 4 wählen“, sagt Waterstraat. Das garantiere Freilandhaltung mit frischer Luft und viel Auslauf. Das Fleisch der getesteten Bioprodukte von Rewe und Biofino stammt aus ebendieser Haltungsstufe 4 – bei Rewe reichte es dennoch nur für die Note „befriedigend“, weil bei Arbeitsbedingungen und Umweltschutz noch Luft nach oben ist. Damit sind die Hähnchenkeulen von Biofino die einzigen, die sowohl bei der Fleischqualität als auch den Produktionsbedingungen mit der Note „gut“ abschnitten.

Das Verbrauchsdatum sollte nicht überschritten werden

Generell empfehlen die Experten von Stiftung Warentest, das Fleisch nach dem Kauf umgehend im Kühlschrank zu verstauen und schnellstmöglich zu verbrauchen. „Das angegebene Datum auf der Verpackung ist kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern das Verbrauchsdatum“, betont Waterstraat, „das sollte man am besten gar nicht ganz ausreizen und stattdessen Fleisch so kurzfristig wie möglich kaufen.“

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