Stiftung Warentest Sojadrink: Jeder dritte mit Schadstoffen belastet

Getränke auf Basis von Soja sind etwas dunkler als Kuhmilch und schmecken nach Bohnen, leicht nussig und oft süßlich. Foto: AP
Getränke auf Basis von Soja sind etwas dunkler als Kuhmilch und schmecken nach Bohnen, leicht nussig und oft süßlich. Foto: AP

Sie sind pflanzlich und reich an hochwertigen Proteinen: Sojadrinks boomen. Doch nicht alle Marken kann man bedenkenlos kaufen – im Test erweisen sich einige als schadstoffbelastet.

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Berlin - Die Stiftung Warentest hat 15 Sojadrinks von verschiedenen Herstellern geprüft und festgestellt: Jedes dritte Getränk erwies sich als mangelhaft. Das liege vor allem an einer überraschend starken Belastung einiger Produkte mit dem Schwermetall Nickel: „Bei drei Drinks liegen die Gehalte sogar über der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge“, sagt Nicole Merbach, Lebensmittel-Expertin von der Stiftung Warentest. Die Note „Mangelhaft“ gab es deshalb für Sojagetränke von Aldi Süd, Natumi, Drinho und Edeka. Die Expertin sieht die Hersteller in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Schadstoffrückstände die Grenzwerte nicht überschreiten – sonst könnten die Gesundheitsrisiken steigen.

Je nach Hersteller und Marken gibt es Unterschiede

Während sich sechs der geprüften Produkte als bedenklich erwiesen, punkten die anderen Getränke mit guter bis sehr guter Qualität. Bei ihnen waren die Schadstoffrückstände gering. Die Stiftung Warentest empfiehlt insbesondere den Bio Soja Drink von Berief, Provamel Soya des Herstellers Alpro, Alpro Soya Light und den Milbona Bio Organic Soja Drink von Discounter Lidl. Es zeigt sich also: Je nach Hersteller und Marke gibt es große Unterschiede.

80 Prozent des Sojas wird zu Futtermitteln verarbeitet

Zudem prüfte das Institut auch, woher die verschiedenen Soja-Getränkehersteller die Bohnen nehmen – und ob die Herkunft lückenlos nachweisbar ist. Dabei zeigte sich, dass für den Großteil der Produkte Bohnen aus Frankreich, Österreich oder Italien verwendet werden – oder Biosoja aus Kanada. „Als Konsument von Sojadrinks in Europa muss man sich also keine Sorgen machen, dass für den Anbau Regenwälder gerodet werden“, sagt Nicole Merbach. „Das ist vielmehr ein Thema, wenn man in großen Mengen billiges Fleisch verzehrt.“ Etwa 80 Prozent des weltweit angebauten Sojas wird zu Futtermitteln für die Massentierhaltung verarbeitet.

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