Die Stiftung Warentest hat in ihrem August-Test 21 Produkte zum Bratwurst-Wettstreit antreten lassen. Wir stellen die Testsieger im Einzelnen vor. Ein Discounter liegt vorn.

Leben: Markus Brauer (mb)

Sommerzeit – das heißt Ferien, Freibad und Grillen. Was bietet sich an heißen Tagen besseres an als Bratwürste auf den Rost zu legen. Neben den Klassikern aus Fleisch landen immer häufiger vegetarische und vegane Varianten auf den Tellern. Stiftung Warentest hat sich diesmal den Grill-Klassiker vorgenommen: 21 fleischliche, vegetarische und vegane Produkte wurden genauer unter die Lupe genommen.

Hier kommen Sie zum Bratwurst-Test der Stiftung Warentest.

Welche Bratwürste wurden getestet?

Die Tester haben 14 Bratwürste mit Fleisch sowie sieben vegetarische und vegane Alternativen geprüft – allesamt sind sie abgepackt in Supermärkten und teils in Drogeriemärkten erhältlich. Untersucht wurde neben dem Aussehen, Geruch und Geschmack auch die Fleischqualität sowie die Nährstoffdichte. Ebenfalls wurde danach geschaut, ob die Würste Keime enthalten oder Schadstoffe.

Wie sind die Bewertungen?

16 Produkte erhielten das Testurteil „Gut“ – darunter zwölf fleischliche und drei vegane Produkte sowie eine vegetarische Wurst –. Vier bekamen die Bewertung „Befriedigend“, eine war nur „Ausreichend“. Lediglich zwei Fleisch-Bratwürste wurden mit der Spitzennote „Sehr gut“ goutiert.

Was sind die Unterschiede zwischen Fleisch- und Veggie-Würsten?

Die Fleisch-Würste konnten geschmacklich überzeugen. Die Veggie-Würste trumpfen bei den Nährwerten auf, da sie nicht nur weniger, sondern auch bessere und nährstoffreichere Fette wie Raps- oder High-Oleic-Sonnenblumenöl enthalten. Dieses ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Ein weiteres Plus: Sind die Würste auf der Basis von Hülsenfrüchten hergestellt, liefern sie auch sehr viel Eisen. Damit der Körper das pflanzliche Eisen gut aufnimmt, empfehlen die Warentester dazu Vitamin-C-haltiges Gemüse wie Paprika zu essen.

Wie sieht es mit der Klimabilanz aus?

Die vegetarischen und veganen Produkte liegen hier eindeutig vorn. Bei der Kontrolle der Fleisch-Bratwürste fanden die Tester jedoch keine Hinweise auf versteckte Tierarten oder Gammel- bzw. Separatorenfleisch.

Wer ist Testsieger im Wurst-Wettstreit?

Die Experten der Stiftung Warentest waren sich einig: Sieger im Wurst-Geschmackstest sind die fleischlichen Nürnberger Rostbratwürste von Aldi Gut Bio (1,52 Euro pro 100 Gramm). Die besten Fleischlosen kommen von Rügenwalder Mühle (1,78 Euro). Als Preistipp empfehlen sie die „Fränkische“ von Kupfer aus für 1,03 Euro sowie mit Pulver von Greenforce (veganer Fleischersatz) aus Erbsen für 1,04 Euro.

Welche Wurst ist eher bedenklich?

Sowohl bei den Fleisch- als auch bei den Veggie-Varianten gibt es Produkte, die den Testern negativ aufgefallen sind: So enthielt die rohe Bratwurst von Wilhelm Brandenburg am Verbrauchsdatum eine hohe Keimzahl auf und schmeckte laut Warentest schon „milchsäuerlich“. Die vegane Wurst von Alnatura kassierte die Note „Ausreichend“ bei der Schadstoffprüfung: Sie enthielt hohe Mengen an Mineralölbestandteilen der Sorte Mosh (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons). Diese gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffe können sich im Körper anreichern. Ob dies gesundheitliche Folgen hat, ist heute allerdings noch nicht absehbar.

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