Strandurlaub in Corona-Zeiten Überfüllt oder leer gefegt? So sehen die spanischen Hotspots aus

Die Strände in Barcelona werden bereits von Touristen wie Einheimischen überrannt – von Corona keine Spur. Foto: AP/dpa/Emilio Morenatti
Die Strände in Barcelona werden bereits von Touristen wie Einheimischen überrannt – von Corona keine Spur. Foto: AP/dpa/Emilio Morenatti

Während Mallorca begeistert die ersten Touristen der Saison empfängt, platzen die Strände in Barcelona bereits aus allen Nähten. Wir zeigen im Video, wie voll die beliebten spanischen Destinationen derzeit sind.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Überfüllte Strände oder einsames Badeparadies? Im Moment ist im sonnigen Süden alles zu finden – und bei so manchem Anblick trauen Daheimgebliebene ihren eigenen Augen kaum. Denn während die Balearischen Inseln erst seit dem 15. Juni die ersten deutschen „Test-Touristen“ empfangen dürfen, tummeln sich an anderen Stränden des Landes bereits sonnenhungrige Menschenmassen, die die Corona-Pandemie völlig in Vergessenheit geraten lassen. Reiseveranstalter stellen fest: Das Urlaubsfieber der Deutschen kehrt langsam, aber sicher zurück.

Insgesamt 10.900 deutsche Urlauber dürfen seit dem 15. Juni im Rahmen eines Pilotprojektes auf die Balearen reisen – andere europäische Touristen müssen sich noch bis zum Ende des Lockdown in Spanien am 21. Juni gedulden. Doch der spanische Hotspot hat in Corona-Zeiten kaum noch Ähnlichkeit mit dem „Malle“, das die Deutschen kennen und lieben:

Mallorca: Erholungsparadies statt Ballermann

Statt Ballermann finden sie leere Straßen und verlassene Strände vor, mit strengen Schutzvorkehrungen soll die Ansteckungsgefahr möglichst gering gehalten werden. Mundschutz und Mindestabstand sind auch für die Reisenden des Pilotprojektes Pflicht. Bei Ankunft wird die Temperatur der Urlauber gemessen. Sie müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen und während ihres Urlaubs mit Telefonanrufen der Behörden rechnen, die sich nach möglichen Covid-19-Symptomen erkundigen.

Mehr zum Thema lesen Sie hier: Mallorca empfängt Deutsche mit Beifall - „Licht am Ende des Tunnels“

Doch bei den „Test-Urlaubern“ überwiegt die Freude: Michael Driesch, der am 15. Juni mit dem ersten Flieger nach Mallorca geflogen ist, fürchtet keine Ansteckung mit dem Coronavirus. „Die Balearen sind kein Ansteckungsherd“, so der 56-jährige Düsseldorfer. „Es ist gefährlicher, von Hamburg nach München zu fahren“, fügt er lächelnd hinzu.

Barcelona: Trügerischer Schein der Normalität

Das völlige Kontrastprogramm findet sich an Barcelonas Stränden: Sonnenhungrige Menschenmassen reihen sich dort dicht an dicht, Kinder tollen im Meer herum, Mundschutz und Mindestabstand? Fehlanzeige. Vielerorts werden deshalb Bademeister und Strandpolizisten eingesetzt, die darauf achten sollen, dass die Corona-Bestimmungen, vor allem der Sicherheitsabstand und das Maskentragen, eingehalten werden.

Hier musste die Polizei eingreifen, um die Badefreunde zur Vernunft zu bewegen:

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur will der Touristenmagnet Barcelona die Strände künftig per Video überwachen. Eine App soll vor einer Überfüllung am Wasser warnen, viele Strände richten Abgrenzungen, Korridore und Kontrollpunkte für den Zugang ein. An den Stränden Mallorcas und der anderen Balearen-Inseln wird es allerdings bis auf Weiteres keine Abgrenzungen und keine besonderen Maßnahmen geben.

Reiselaune kehrt zurück

Nicht nur die Urlauber erfreuen sich an den gelockerten Reisebeschränkungen, auch die Tourismusbranche ist dankbar, dass der Sommerurlaub in diesem Jahr nicht völlig flachfällt. Der weltgrößte Tourismuskonzern Tui und Deutschlands Branchenzweiter DER Touristik berichten von steigenden Buchungen infolge der Aufhebung der Reisewarnung:

Tui will in den kommenden Wochen schrittweise immer mehr Ziele ansteuern. Ungefähr ein Viertel des Programms für die Hauptsaison sei derzeit ausgebucht, in der vergangenen Woche habe das Interesse der Kunden „spürbar“ zugenommen. „Insbesondere Deutschland und Belgien verzeichnen eine deutliche Erholung“, hieß es. Für die Wintersaison 2020/2021 und den Sommer 2021 gebe es gute Vorzeichen.

Lesen Sie auch: Wie sich Europas Reiseziele für Touristen wappnen

Deutschlands zweitgrößter Reisekonzern DER Touristik stellt nach Aufhebung der Reisewarnung stark gestiegene Kurzfrist-Buchungen fest. „Die Buchungszahlen nehmen Woche für Woche zu. Juli und August werden mit am stärksten gebucht. Wir nähern uns dem Stand der Zeit vor Ausbruch der Corona-Pandemie an“, sagte Zentraleuropa-Chef Burmester.

Flughäfen kehren zum normalen Betrieb zurück

Auch bei den Flughäfen wächst nach der Aufhebung der Reisewarnung die Zuversicht. „Seit dieser Woche sind 215 Zielorte von deutschen Flughäfen wieder erreichbar. Nach und nach kehrt das Leben wieder an die Flughäfen zurück“, teilte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV mit. Die meisten Strecken führten zu Zielen in Europa, aber noch mit deutlich reduzierten Frequenzen. Der innerdeutsche Luftverkehr zeige wieder steigende Auslastungszahlen.




Unsere Empfehlung für Sie