Straßenausbau in Leinfelden-Echterdingen Bürger müssen weiter auf Entlastung warten

Von Thomas Krämer 

Die neue Nord-Süd-Straße soll der verkehrsgeplagten Kommune Erleichterung bringen. Bis die fertig ist, werden jedoch noch zehn Jahre vergehen. Doch ein anderes Projekt könnte schon mal etwas Linderung bringen.

In diesem Bereich soll die Nord-Süd-Straße mal auf die alte B 27 treffen Foto: Thomas Krämer
In diesem Bereich soll die Nord-Süd-Straße mal auf die alte B 27 treffen Foto: Thomas Krämer

Leinfelden-Echterdingen - Automobile sind in Leinfelden-Echterdingen im Berufsverkehr häufig zum Stehen verdammt, denn wer zu den Stoßzeiten durch Leinfelden oder Echterdingen fahren muss, plant am besten etliche Extraminuten ein. Verbesserungen sollen ein leistungsfähigerer ÖPNV und optimierte Radwegeverbindungen bringen. Und für die Autofahrer die Nord-Süd-Straße, die einmal die A 8 mit der alten B 27 – der heutigen L 1208 – verbinden könnte.

Die Osttangente, die als nördlicher Teil der Nord-Süd-Straße am Ostrand von Leinfelden verlaufen wird, ist sowohl bei der Stadtverwaltung als auch bei den Stadträten unumstritten. Von ihr erhofft man sich nicht nur Entlastung für die Stuttgarter Straße in Leinfelden. „Sie ist auch für die Erschließung der Schelmenäcker, jenem Gebiet, in dem von Herbst 2020 an mehr als 200 Wohnungen entstehen sollen, verbunden natürlich mit der entsprechenden Zahl an Autos von Eigentümern und Mietern, notwendig“, sagt die Baubürgermeisterin Eva Noller. Auch das Gewerbegebiet an der Max-Lang-Straße werde Zufahrten zur Osttangente bekommen. Bislang seien die Unternehmen lediglich über Stichstraßen von der Max-Lang-Straße aus erreichbar.

Warum dauert das so lange?

Trotzdem gab es darüber kürzlich im Rahmen der Haushaltsberatungen im Technischen Ausschuss Diskussionen. Die Frage, die die Fraktion der Freien Wähler/FDP stellte, war: Warum dauert das so lange? Folgerichtig auch der Antrag: Bis Ende 2020 soll die Planung abgeschlossen sein, die Planfeststellung eingeleitet werden. Entgegen der Annahme in den Haushaltsberatungen wird die Stadt dem Antrag nun folgen. Im kommenden Jahr soll die Entwurfsplanung erstellt und mit dem Regierungspräsidium und dem Verkehrsministerium abgestimmt werden. „Ende 2020 oder Anfang 2021 können wir dann die Planfeststellungsunterlagen einreichen“, sagte die Baubürgermeisterin. Parallel dazu werde die Stadt beim Land Fördermittel beantragen. „Bis zur Genehmigung dauert das mindestens ein Jahr“, prophezeite Noller. Auch mit dem Grunderwerb soll 2021 begonnen werden. 2023 könnten dann die Aufträge an die Baufirmen vergeben werden. 2024 soll dann der Grunderwerb abgeschlossen sein und die Bauarbeiten können beginnen. „Ich gehe davon aus, dass die Straße nach zweijähriger Bauzeit 2026 freigegeben wird“, sagte Eva Noller.

Verwaltung plädiert weiterhin für ein Radkonzept

Damit wäre den Menschen in Leinfelden geholfen. Wirkliche Entlastung für die vollen Straßen in Leinfelden und Echterdingen wird neben dem Ausbau der B 27 jedoch erst die Weiterführung der Osttangente zur alten B 27 bringen, auf die sie östlich der Sportanlagen treffen soll. Bis das jedoch so weit ist, könnten zehn Jahre vergehen, denn das Terrain ist schwieriger, ökologische Aspekte spielen hier auf den Wiesen zwischen Leinfelden und Echterdingen eine größere Rolle. Wasserführende Gräben und der Lärmschutz kommen dazu. Alte Pläne sahen die Straße sogar einmal in einem Trog verlaufen, sagte Noller. Mittlerweile gibt es eine Vorstudie für die komplette Nord-Süd-Straße, deren Trassenvarianten den Mitgliedern im Technischen Ausschuss im Februar vorgestellt werden sollen.

Der Wunsch nach einer Radkonzeption besteht bei der Stadtverwaltung weiterhin. Noller hatte kürzlich im Technischen Ausschuss nach langer Diskussion eine entsprechende Vorlage zurückgezogen. „Wir wollen das jedoch noch einmal ins Gremium bringen, da es bisher keine Gesamtbetrachtung des Radverkehrs gibt“, sagte die Bürgermeisterin. Einfließen sollen auch die Ergebnisse des AGFK-Talks (Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Kommunen), bei dem kürzlich Radfahrer von den Fildern Kritik und Anregungen geäußert hatten.