Streetart in Stuttgart Der Kleine Regenbogen als motivierender Mutmacher

Sarah Gilgien will den Menschen mit dem Kleinen Regenbogen eine Freude, Mut und Hoffnung machen. Denn: Alles wird gut! Foto: Tanja Simoncev 3 Bilder
Sarah Gilgien will den Menschen mit dem Kleinen Regenbogen eine Freude, Mut und Hoffnung machen. Denn: Alles wird gut! Foto: Tanja Simoncev

Good Vibes in Stickerform: Der Kleine Regenbogen macht im Kessel die Runde, verschönert Ampeln, Briefkästen und Mopeds und soll vor allem eines: Den Menschen eine Freude machen. Ab sofort gibt's auch coolen Merch!

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)
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Stuttgart – Bereits bei den ersten Spaziergängen nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 ist uns ein kleiner, rechteckiger Sticker ins Auge gestochen. Klar, weil wir Regenbögen lieben, aber auch wegen seiner Message, die lautet: Alles wird gut!

Worte, die in Zeiten wie diesen mehr als motivieren und ein bisschen (mehr) Hoffnung machen, dass uns doch schon bald bessere Tage bevorstehen, dass zwar alles ungewiss erscheint, aber eben auch eine neue Chance sein kann.

Kreativ werden, neue Wege gehen, improvisieren als ob es kein Morgen gäbe, lautet gerade die Devise. Verrückte Zeiten sind das, aber eben auch überraschend schöne, weil sie uns zusammenrücken lassen und neu inspirieren. So wie die Geschichte und Begegnung von und mit Sarah Gilgien.

Super Mario sei Dank

Seit 2004 lebt Sarah in Stuttgart. Damals kam sie für ihr Studium „Informationsdesign“ an die Hochschule der Medien in den Kessel, machte dort ihren Abschluss, arbeitete anschließend in einer Agentur. Doch irgendwie hatte immer etwas gefehlt, die 37-Jährige kann heute noch nicht ganz genau benennen, was es war. „Die Berufsbezeichnung ‚Informationsdesignerin‘ hat sich für mich immer zu technisch angehört und einfach nicht rund angefühlt – da hat mir das Süße, Goldige, das Herz gefehlt“, beschreibt sie ihre damalige Gefühls- und Gedankenwelt.

Wie also weitermachen, wenn man merkt: „Das ist nicht mein Ding“? Für Sarah schien die Lösung ganz klar: „Ich mache mich selbstständig.“ Doch noch nicht mit der Kleinen Papeterie – den Namen gibt es nämlich erst seit zwei Jahren. Das lief lange nebenbei. „Ich habe schon immer gern Einladungskarten, einfach kleine, schöne Dinge kreiert. Nach und nach wurde daraus etwas Größeres, aber fulltime habe ich das nie gemacht“, betont sie. Und wie fing alles an?

"Super Mario ist der Grund, warum ich das mache, was ich jetzt mache!"

Wie kommt’s? „Ich war ein krasses Gameboy- und Nintendo-Kind“, verrät der Stuttgarter Kreativkopf. Die Spiele kaufte sich Sarah nur, wenn bzw. weil ihr die Grafik gefiel. „Schöne Dinge waren mir immer wichtig. Und Playmobil und Lego kamen mir nur in die Tüte, wenn mich die Ästhetik ansprach.“ Sie habe als Kind auch viel gemalt und dafür reichlich positives Feedback bekommen.

"Alle haben immer zu mir gesagt: ‚Sarah, du bist so künstlerisch begabt, mal‘ doch mal was für mich.‘ Aber ich habe das nie so empfunden, das hat eher Druck auf mich ausgeübt."

Der Kleine Regenbogen brachte die Wende

Bis der Kleine Regenbogen in ihr Leben kam, steckte Sarah in einer beruflichen Krise fest. Sie habe lange und freiberuflich für Agenturen gejobbt und irgendwann gemerkt: Da fehlt was. Die kreative Freelancerin ließ sich über mehrere Jahre intensiv coachen, vertiefte sich in die indische Heilkunst Ayurveda und setzte sogar eine Kur auf Sri Lanka obendrauf. Doch nichts brachte die ersehnte Erleuchtung. „Erst seit der Kleine da ist, weiß ich, was mir gefehlt hat.“ 

"Es ist schön, wenn man mit der eigenen Arbeit die Welt schöner machen kann. Aber was mir gefehlt hat, war: Ich möchte sie auch ein bisschen besser machen."

Sarah erkannte: „Ich will was für die Leute tun.“ Woraus die Idee der Spenden-Aktion geboren wurde. Dazu später mehr. Und die Sticker verschenke ich, weil ich Freude verschenken will! Beim Erzählen kämpft die Regenbogen-Künstlerin mit den Tränen, es sei für sie gerade eine „krass emotionale Zeit“. Denn: Es fühlt sich wie ein Wendepunkt in meinem Leben an.

Zur beruflichen Krise hatte sich im März, wie allseits bekannt, Corona und damit eine weitere Krise gesellt. Viele Aufträge seien Sarah weggebrochen. Dank staatlicher Soforthilfe, folglich mehr Zeit und vermehrt kreativen Momenten ist dafür aber der Kleine Regenbogen geboren. Schwarze Farbe, Pinsel und Papier – mehr hat es nicht gebraucht. Aus kleinen Mutmach-Kärtchen in Visitenkartenformat entwickelte sich der Sticker, den wir alle kennen.

"Ich wollte den Leuten da draußen, wie etwa Kassiererinnen, einfach eine Freude, Mut, Hoffnung machen."

Aus dem Wunsch etwas Gutes tun zu wollen, habe sich auch die Spendenaktion bei einem von Sarahs Auftraggebern – heybico – ergeben, für den sie Motive für Mehrwegbecher gestaltete. „Auch der Kleine Regenbogen sollte auf einen der Becher, was für mich aber nur in Verbindung mit einer Spendenaktion in Frage kam“, so Sarah. Eines führte zum anderen. „Ich hatte ein Bedürfnis, etwas zurückzugeben und habe deshalb auf meine Beteiligung verzichtet.“ Von den Einnahmen werden nun unter anderem die Tafeln in Deutschland unterstützt.

Wer sich an der Spendenaktion beteiligen will, findet hier mehr Infos >>>

Wer Sarah als Künstlerin unterstützen will, kann das hier tun >>>

Oder auf Etsy >>>

"Meine Welt steht gerade zwar Kopf, aber alles fügt sich!"

Wenn das mal nicht der Beweis ist, dass am Ende tatsächlich alles gut wird, dann wissen wir aber auch nicht. Und so dreht der Kleine Regenbogen weiter seine Runden im Kessel, macht Mut und lässt uns hoffen. Mehr geht nicht, nicht im Moment.

Eigerner Merch für den Kleinen Regenbogen

Obwohl, ein bisschen was geht doch noch. Seit diesem Donnerstag ist der Kleine Regenbogen um coolen Merch reicher. Für Sarah erfüllt sich mit der Kollektion ein kleiner Traum. Die Shirts und Jutebeutel sind fair produziert, werden von Hand bedruckt und können ab sofort vorbestellt werden. Besonders cool: Mit jedem verkauften Produkt wird ein Baum gepflanzt.

Das schreit ja förmlich nach Support – hier geht's zum Online-Shop >>>




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