Streit in Korntal-Münchingen Betreiber: Hofcafé darf wieder öffnen

Wo bis vor kurzem noch Weinflaschen standen, haben die Geschäftsführerin Christine Spreng und der Betreiber Frank Scheuler nun wieder Tische und Stühle zurechtgerückt. Foto: factum/Granville
Wo bis vor kurzem noch Weinflaschen standen, haben die Geschäftsführerin Christine Spreng und der Betreiber Frank Scheuler nun wieder Tische und Stühle zurechtgerückt. Foto: factum/Granville

Frank Scheuler hat sein Hofcafé in Münchingen wieder aufgemacht – weil die Stadt die Schließung aufgehoben habe. Dort aber weiß man davon offenbar nichts.

Korntal-Münchingen - Das Hofcafé auf dem Spargelhof Scheuler in Münchingen hat seit diesem Mittwoch wieder geöffnet. Ab sofort dürfe die Familie in ihrem Hofladen wieder Sitzplätze anbieten, sagt der Betreiber Frank Scheuler. „Unser Anwalt hat mich darüber informiert, dass die Gegenseite den Vollzug aufgehoben hat“, sagt Scheuler. Mit dem Vollzug ist die Schließung des Hofcafés gemeint. Sie hatte die Stadt Anfang Dezember angeordnet.

Die „Gegenseite“ hingegen, also die Stadt Korntal-Münchingen, weiß davon nichts, wie der technische Beigeordnete, Ralf Uwe Johann, auf Nachfrage mitteilt. Die Schließungs-Verfügung habe die Verwaltung keineswegs aufgehoben, und sie habe auch keinen Brief vom Gericht über eine Entscheidung bekommen. Und: einen solchen Brief gibt es gar nicht, glaubt man dem Verwaltungsgericht Stuttgart, wo der Streit zwischen den Scheulers und der Stadt ausgetragen wird. Dort ist man ahnungslos. Das Gericht habe noch nicht entschieden, sagt die Pressesprecherin Ulrike Zeitler. „Wir haben noch nicht mal alle Akten. Wir haben nur einen angefochtenen Bescheid der Stadt, der das Café untersagt.“

Auch der Hofladen steht auf der Kippe

Damit geht der Streit zwischen den Betreibern des Spargelhofs und damit des Hofcafés der Familie Scheuler aus Löchgau und der Stadt in die nächste Runde. Die Scheulers hatten den Hof inklusive Laden vor einem Jahr von der Familie Hengel übernommen. Diese hatte dort zur Spargelzeit eine Besenwirtschaft, das Café der Familie Scheuler war jetzt allerdings durchgängig offen. Die Stadt hatte das Café mit zwölf Sitzplätzen vor drei Wochen geschlossen, es fehle eine Genehmigung. Frank Scheuler hingegen behauptet, dass mit der Hofübernahme auch die Genehmigung der Hengels auf ihn übergegangen sei.

Wie auch immer: Die Zukunft des Cafés ist ohnehin unsicher, weil die Stadt den ganzen Hofladen als nicht genehmigt ansieht und derzeit prüft, ob er überhaupt weiter betrieben werden darf. Sollte die Stadt zu dem Schluss kommen, dass der Laden nicht zulässig ist, stünde hinter dem Café wohl mehr als ein Fragezeichen.




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