Strohgäu Weniger Einbrüche, mehr Sexualdelikte

Von Michael Bosch 

Die Zahl der Straftaten im Kreis hat sich kaum verändert.

21 986 Straftaten registrierte die Polizei im Jahr 2019, rund 250 mehr  als im Vorjahreszeitraum. Foto: pixabay
21 986 Straftaten registrierte die Polizei im Jahr 2019, rund 250 mehr als im Vorjahreszeitraum. Foto: pixabay

Strohgäu - Mehr Sexualdelikte, dafür weniger Einbrüche und weniger Diebstähle. So lässt sich die Polizeistatistik im Kreis Ludwigsburg für das vergangene Jahr grob zusammenfassen. Polizeipräsident Burkhard Metzger sagt deshalb: „Bei uns lässt es sich sicher leben.“ 21 986 Straftaten registrierte die Polizei im Jahr 2019, rund 250 mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihren Teil dazu beigetragen haben die Hemminger. Die Strohgäu-Gemeinde verzeichnete auf 100 000 Einwohner hochgerechnet 2288 Straftaten, ein Minus von 32 Prozent. Größer war der Rückgang nirgendwo sonst im Kreis. Auch in Schwieberdingen (2829 Straftaten, minus 7,8 Prozent) zeigte die Kurve nach unten, in Korntal-Münchingen (4614, Plus 7,8) hingegen nach oben, wo es im Vergleich zum Vorjahr besonders viele Wohnungseinbrüche gab. Gerlingen gehört zu den Gemeinden im Kreis, in denen tendenziell mehr Delikte registriert wurden (4269, Plus 38,2 Prozent). Unverändert sind die Zahlen von Ditzingen (4646).

Gute Aufklärung wirkt

Im kompletten Kreis Ludwigsburg gab es im vergangenen Jahr deutlich weniger Wohnungseinbrüche (260). Ihre Zahl ging bereits im vierten Jahr in Folge zurück. Die Polizei führt das auf ihre Beratungsangebote und auch darauf zurück, dass die meisten Gebäude sicherer geworden sind. Während die Zahl der Diebstähle – wie überall im Land – insgesamt zurückgegangen ist, wurden im Jahr 2019 im Kreis aber deutlich mehr Autos geknackt. 777 Fälle wurden gemeldet, im Vorjahr waren es noch 651 gewesen. Vor allem eine Serie von Autoaufbrüchen in Bietigheim-Bissingen hat dazu beigetragen.

Sexualverbrechen nehmen zu

An einigen Stellen spiegelt die Polizeistatistik auch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wider. Spätestens seit den Ereignissen in der Silvesternacht 2015/16 in Köln stehen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Fokus. Zu ihnen zählen neben Vergewaltigung auch die Verbreitung von kinderpornografischem Material. Von 187 Delikten im Jahr 2015 ist die Zahl dieser Vergehen bis auf 312 im vergangenen Jahr gestiegen. Die Polizei erklärt den kontinuierlichen Anstieg auch mit schärferen Gesetzen, außerdem gebe es seit der Me too-Debatte eine größere Sensibilität. Die Missbilligung sexueller Gewalt führe zu mehr Anzeigen. Im vergangenen Jahr wurden acht Vergewaltigungen angezeigt, die teils Jahre zurückliegen. Auch 2019 sind im Kreis Ludwigsburg Menschen durch die Hand anderer gestorben, einen Mord verzeichnete die Polizei jedoch nicht. Sie registrierte aber elf Fälle von Totschlag und eine fahrlässige Tötung.




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