Stuttgart aktiv Nebelkrähe sucht Lebensweg

Bei der christlichen Pfadfinderschaft in Birkach zählen Traditionen sowie die Verbundenheit zur Natur.

Nicht immer ist das Leben so idyllisch wie hier am abendlichen Lagerfeuer der Birkacher Gruppe. Foto: z
Nicht immer ist das Leben so idyllisch wie hier am abendlichen Lagerfeuer der Birkacher Gruppe. Foto: z

Birkach - Diese Frage wurde schon tausendmal gestellt, aber offenbar noch nicht von jedem: „Habt ihr euren Pfad gefunden?“ Die Gefragten lächeln dann vielleicht gequält, und wenn sie etwas Zeit haben, erklären sie den Spaziergängern, die ihren Weg kreuzen, dass Pfadfinder eigentlich eher im übertragenen Sinne eine Route suchen. „Es geht um den Lebenspfad“, sagt Stefan Jetter. Der 32-Jährige ist der Vorsitzende der Birkacher Ortsgruppe der christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands.

Natürlich lernt jeder, der bei den Pfadfindern mitmacht, ein Feuer zu entfachen und ein Zelt aufzuschlagen. Pfadfinderfertigkeiten eben, wie Jetter es nennt. Aber Pfadfinder „ist mehr als nur draußen sein“. Es geht um das Leben in und mit der Natur. Bei der christlichen Pfadfinderschaft kommt die Verbundenheit zu Gott dazu, die Bewahrung der Schöpfung. Und weil sich das alles in der Praxis besser erklären lässt als in der Theorie, sind die Pfadfinder viel und oft unterwegs. Sei es bei Wochenendausflügen, sei es bei einem großen Lager in Deutschland, aber auch im Ausland.

1907 hat alles angefangen

Sind die Pfadfinder auf Tour, haben sie einen Schlafsack dabei, einen Rucksack, einen Poncho, Wanderstiefel, ein Taschenmesser – und natürlich tragen sie ihre Tracht. Die dürfte jeder sofort vor Augen haben, wenn er an Pfadfinder denkt. Wie die Schuluniform wurde das Einheitsgewand zur Sitte, „weil die sozialen Unterschiede keine Rolle spielen sollten“, sagt Jetter. Mal abgesehen davon, hat sich das Pfadfinderhemd und der typische Schal immer wieder als nützlich erwiesen. „Die Leute gehen anders mit einem um“, sagt er. Sie gewähren den Trägern für gewöhnlich einen Vertrauensvorschuss.

Die Geschichte der Pfadfinder hat 1907 mit einem Lager für 22 Jungen auf der englischen Insel Brownsea Island begonnen. Heute gibt es weltweit 40 Millionen Pfadfinder. In Deutschland sind es 260 000 Kinder und Jugendliche, die in verschiedenen Verbänden und Bünden organisiert sind.

„Jugend führt Jugend“

Zu den Birkacher Pfadfindern gehören vor allem Kinder und Jugendliche aus den Bezirken unterm Fernsehturm an. Sie sind eine sehr junge Truppe, weil sich die Mitglieder, wenn sie um die 30 sind, traditionell zurückziehen. „Eines unserer Prinzipien ist: Jugend führt Jugend“, sagt Stefan Jetter. Er ist ein gutes Beispiel, engagiert er sich doch vor allem planerisch und steht den Jüngeren mit Rat und Tat zur Seite. So handhaben es viele von ihnen. „Man sagt: einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder.“

Zu den gern gepflegten Traditionen der christlichen Pfadfinderschaft zählt außerdem, dass Mädchen und Jungen getrennt in zwei Stämmen das Abenteuer in der Natur suchen. „Vor allem im Pubertätsalter hat sich das bewährt“, sagt Jetter. Die Sieben- bis Zwölfjährigen heißen Wölflinge und verbringen ihre Zeit in einer großen Gruppe. Kommen sie ins Jugendalter, werden sie Pfadfinder und Mitglied einer Sippe mit ungefähr fünf Leuten. Sie tragen Vogelnamen wie Nebelkrähe oder Sturmmöwe. Die Sippe wird gegründet, wenn es genügend Gleichaltrige gibt. Die Idee ist, dass die Gruppe bis ins Erwachsenenalter beieinander bleibt. Das festigt die Vertrautheit und die Freundschaft.

CHRISTLICHE PFADFINDERSCHAFT

Anschrift: Mohrenäcker 12, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Telefon:
9 12 96 99 26
Mail: kontakt@pfadfinder-stuttgart.de
Homepage:
www.c-p-d.info
Vorsitzender
: Stefen Jetter
Gründungsjahr: 1980 (Ortsgruppe)
Mitgliederzahl: 50, davon 35 Aktive

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