Stuttgart aktiv Tüfteln für das Bienenvolk

Begonnen hat Wolf-Helge Neumann er sein Hobby als Ausgleich zum Job Foto: Daniel Gläser
Begonnen hat Wolf-Helge Neumann er sein Hobby als Ausgleich zum Job Foto: Daniel Gläser

Für viele Mitglieder des Bienenzüchtervereins Stuttgart ist das Hobby zugleich Passion.

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Bad Cannstatt - Dafür, dass Wolf-Helge Neumann bis vor vier Jahren noch rein gar nichts mit Bienen am Hut hatte, hat er es inzwischen beachtlich weit gebracht: In seinen Gärten am Goldbacher Weg und am Schnarrenberg in Zuffenhausen beherbergt er inzwischen mehr als 600 000 Honigbienen. Seit Frühjahr dieses Jahres ist er zweiter Vorstand des Bienenzüchtervereins Stuttgart.

Ursprünglich zunächst als Ausgleich zu seinem „sehr technischen“ Job als Entwicklungsingenieur gedacht, hat sich die Bienenzucht für den gebürtigen Weilimdorfer mittlerweile zu einer Passion entwickelt. „In meiner Freizeit lese ich kaum mehr etwas anderes als über Bienen“, sagt er. Einmal die Woche fährt er in seinen Garten am Schnarrenberg. Dort tüftelt der Ingenieur dann an immer neuen Behausungen für seine zahlreichen Bienenvölker. Warm sollen sie es haben, aber nicht zu warm, und genügend Zuckerwasser soll ihnen nach der Honigernte zur Verfügung stehen, damit sie ausreichend Wintervorrat haben.

Es muss auch Politik betrieben werden

Die Arbeit als Imker und Vorstand aber besteht freilich nicht nur aus Tüftelei und ständiger Fortbildung. Weil der Bienenbestand in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen ist, muss Wolf-Helge Neumann als Vorstand des Stuttgarter Bienenzüchtervereins auch Politik betreiben. Die Existenz des drittwichtigsten Nutztieres in ganz Deutschland steht auf dem Spiel. Der Verein lädt deshalb vom Herbst bis zum Frühjahr jeden Monat Bienenexperten ein, die im „Haus am See“ am Max-Eyth-See über die Imkerei und ihre Relevanz für die Natur informieren. Sind doch 80 bis 90 Prozent der Landwirtschaft von einer Bestäubung durch Bienen abhängig. „Weniger Bienen bedeuten deshalb auch weniger Obst, Gemüse und Futterpflanzen“, erklärt Neumann.

Dabei könne jeder einzelne ganz leicht etwas für den Erhalt des Insekts tun: Indem man blühende Pflanzen wie Liguster erst nach der Blütezeit schneidet – oder die Gartenwiese einfach mal wachsen und blühen lässt. „Denn je mehr es grünt und blüht, desto wohler fühlen sie sich, und desto mehr Nektar und Pollen können sie sammeln“, sagt Neumann. Nektar und Pollen benötigen die Bienen für die Honigproduktion und die Aufzucht ihrer Brut.

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