Stuttgart-Botnang: Ortskern soll herausgeputzt werden Die Sanierung von „Botnang 1“ kann beginnen

Auch die Ecke Eltinger und Kauffmannstraße  soll attraktiver  gestaltet werden. Teil des Verfahrens ist, die Sanierungsziele im Dialog mit den Bürgern zu  erarbeiten. Foto: Torsten Ströbele
Auch die Ecke Eltinger und Kauffmannstraße soll attraktiver gestaltet werden. Teil des Verfahrens ist, die Sanierungsziele im Dialog mit den Bürgern zu erarbeiten. Foto: Torsten Ströbele

Die Ortsmitte von Botnang wird attraktiver gestaltet: Ein 16,5 Hektar großes Gebiet rund um den historischen Ortskern soll städtebaulich aufgewertet werden.

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Botnang - Mitte des vergangenen Jahres hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Botnanger Ortsmitte und umliegenden Bereiche als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Am 23. Juni 2016 ist „Botnang 1 – Franz-Schubert-Straße“ förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt worden. Die Satzung mit der Veröffentlichung im Amtsblatt trat am 21. Juli des vergangenen Jahres in Kraft.

Nun folgt der nächste Schritt: Die Beauftragung der STEG Stadtentwicklung GmBH in Stuttgart als Gebietsbetreuer für den festgelegten Sanierungsbereich. Eine entsprechende Beschlussvorlage wurde am vergangenen Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Technik (Uta) eingebracht, am Abend votierte der Bezirksbeirat Botnang einstimmig dafür. Am kommenden Dienstag stimmen die Gemeinderäte darüber ab.

Öffentliche und private Flächen sollen attraktiver gestaltet werden

Für die Gebietsbetreuung sollen für die kommenden vier Jahre Mittel in Höhe von 320 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. „Die Sanierung in Botnang nimmt Fahrt auf“, sagte Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle in der jüngsten Bezirksbeiratssitzung. Das Gebiet umfasst die Reger- und Kauffmannstraße im Norden, die Zum­steegstraße im Osten, die Alte Stuttgarter Straße im Süden und geht bis zum Belauweiher im Westen. Zunächst einmal stehen nun 2,5 Millionen Euro bereit, um städtebauliche Mängel und Defizite in dem 16,5 Hektar großen Bereich beseitigen oder beheben zu können. Dabei sollen im Laufe eines längerfristigen Sanierungsverfahrens sowohl öffentliche als auch private Flächen attraktiver gestaltet sowie alte Häuser saniert und modernisiert werden.

Welche Aufgabenbereiche die nun beginnende Gebietsbetreuung umfasst, skizzierte Werner Geilsdörfer vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung in groben Zügen. Auf der To-Do-Liste der beauftragten Stadtentwicklungsfirma STEG stehen nun drei ganz unterschiedliche Themen- und Aufgabenfelder: „Da ist zum einen der Klassiker, den wir bei Sanierungsgebieten seit vielen, vielen Jahren im Repertoire haben“, so Geilsdörfer. Gemeint ist, die Beratung und Unterstützung derjenigen Eigentümer, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ihre im Sanierungsgebiet gelegenen Häuser und Immobilien zu modernisieren. Zwölf Interessenten gebe es bereits, sagte Modernisierungsbetreuerin Kristin Seifert von der Firma STEG. Aber sie gehe fest davon aus, dass sich im Laufe des Verfahrens weitere Wohnungs- oder Hausbesitzer melden werden. Letztere können von dem Förderprogramm profitieren, da sie bei einer Sanierung Zuschüsse erhalten. Eine entsprechende Informationsbroschüre wird gerade bei der Stadt erarbeitet.

Nahwärmekonzept für das Quartier

Parallel dazu soll für das Sanierungsgebiet auch ein Energiekonzept erstellt werden. Hintergrund ist, dass das Sanierungsgebiet in das Programm „Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager“ aufgenommen wurde. Es gebe ein entsprechendes Förderprogramm durch die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau), betonte Geilsdörfer vom Stadtplanungsamt. Ziel ist, einen städtebaulichen Energienutzungsplan für das Quartier zu entwickeln. Denkbar wären, regenerative Energiequellen zu nutzen und ein Nahwärmekonzept mit einem Blockheizkraftwerk für das Wohngebiet zu entwickeln. Um solche Sanierungsziele umsetzen zu können, sollen zudem die Bürger in dem Quartiersbereich mit einbezogen werden. Die Organisation und Moderation der angestrebten Bürgerbeteiligung soll durch das Büro „Taten.Drang“ aus Heidelberg erfolgen. Erster Ansprechpartner für die Bürger wie für die Verwaltung ist bei dem künftigen Verfahren der Geschäftsfeldleiter Stadterneuerung bei der STEG, Frank Friesecke, der sich neben den anderen Beteiligten des Verfahrens bei der Sitzung im Bürgerhaus dem Gremium vorstellte.

Ein Ansprechpartner für alle Beteiligten

Bei der Ausschreibung habe die zuständige städtische Behörde großen Wert darauf gelegt, dass die Fäden bei der Betreuung des Sanierungsgebietes an einer Stelle zusammenlaufen, betonte Werner Geilsdörfer gleich zu Beginn. Das vorrangige Ziel sei, dass es einen Ansprechpartner für die Bürger gebe, der alle Aufgabenbereiche der Gebietsbetreuung abdecken könne.

Wie geht es nun weiter? Am Dienstag, 7. März, 18 Uhr, soll im großen Saal des Bürgerhauses, Griegstraße 18, eine Informationsveranstaltung speziell für die Eigentümer in dem Sanierungsgebiet abgehalten werden. Am 23. März, 18.30 Uhr, sind dann alle Interessierten und Beteiligten – also auch Anwohner, Pächter und Gewerbetreibende – in die Turn- und Versammlungshalle der Franz-Schubert-Schule zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen.




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