Die Stadtverwaltung schiebt ausgelassenen Feiern einen Riegel vor. Die City wird zu einer Art Sperrzone, weitere Flächen könnten zu Silvester folgen.

Stuttgart. - In der Landeshauptstadt soll es zum Jahreswechsel erneut ruhig bleiben. Das Abbrennen von Pyrotechnik und der Konsum von Alkohol sollen nach Informationen unserer Zeitung in der vom Cityring umschlossenen Fläche verboten werden, der Schlossplatz würde eingezäunt. Das verfügt die Stadt wohl voraussichtlich an diesem Dienstag in einer Verordnung. Verbote für weitere Flächen, die an Silvester zu den üblichen Hotspots zählen, werden wahrscheinlich folgen.

Die Stadt setzt damit die Corona-Verordnung des Landes vom 17. Dezember um. Dort heißt es: „Zwischen dem 31. Dezember 2021, 15 Uhr, und dem 1. Januar 2022, 9 Uhr, sind auf von den Städten und Gemeinden festzulegenden Plätzen Ansammlungen von mehr als zehn Personen untersagt.“ Zuvor war bereits ein Verkaufsverbot für Raketen und Böller in Deutschland beschlossen worden. Feuerwerk kann allerdings auch im Ausland bestellt und erworben werden.

Der Weg zum Riesenrad bleibt frei

Die Stadt will den Zugang zum Schlossplatz zum Jahreswechsel durch einen Bauzaun einschränken, eine Fahrt mit dem Riesenrad, das im Innenhof des Neuen Schlosses steht, soll aber möglich sein. Die Stadt verbietet zudem den Verkauf von Alkohol innerhalb des Cityrings. Man prüfe eine Ausweitung dieser Regeln.

Als Grund für die Einschränkungen gilt die besorgniserregende Corona-Lage. Auch die „Verbesserung des Sicherheitsgefühls“ innerhalb des Cityrings strebe man an. Man wolle frühzeitig ein Zeichen setzen, dass dieses Jahr in der City keine Silvesterfeier stattfinden solle. Die Stadtverwaltung ruft dazu auf, Kontakte zu reduzieren, größere Ansammlungen zu meiden und das Böllern einzuschränken.

Miserable Werte in Stuttgart

Stuttgart hatte am Montag mit 456,6 Neuinfizierten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen die mit Abstand höchste Zahl in der Region. Im Landkreis Böblingen liegt die Inzidenz bei 210,7. In Baden-Württemberg ist mit 603 mit Covid-19 infizierten Menschen auf Intensivstationen die Alarmstufe II (450 Patienten) weit überschritten. Zwar fiel die Zahl in den letzten Tagen in Stuttgart unter 500, womit Ausgangsbeschränkungen nun wieder aufgehoben werden konnten, Experten erwarten aber wegen der neuen Omikron-Variante einen erneuten Anstieg – die fünfte Welle. Stuttgart glänzt bei der Zahl der Geimpften trotz vieler Appelle nicht.

Die Einschränkungen in der City sind nicht ganz neu, allerdings galt beim ersten Böllerverbot nicht Corona als Ursache, sondern alkoholisierte junge Erwachsene, die Pyrotechnik mitten in der Menge abbrannten und damit Menschen gefährdeten. Zum Jahreswechsel 2019 auf 2020 war Pyrotechnik auf dem Schlossplatz daher untersagt, dafür gab es eine gut besuchte Lasershow. 2020 auf 2021 waren die Regen rigider. Damals galt von 20 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre.

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