Stuttgart-Hoffeld Geisterhaus beunruhigt Anwohner

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Seit Monaten ist ein Haus an prominenter Stelle in Stuttgart-Hoffeld zunehmend verwahrlost: Fenster gibt es keine mehr, im Vorgarten liegt jede Menge Schrott und Bauschutt. Das ist kein Einzelfall auf den Fildern.

Fenster hat das Haus an der Ecke Hoffeldstraße/Nauener Straße keine mehr. Foto: J. Bosch
Fenster hat das Haus an der Ecke Hoffeldstraße/Nauener Straße keine mehr. Foto: J. Bosch

Hoffeld - Jeden Tag habe sie aufs Neue gehofft, dass sich nun endlich etwas tue. „Doch es ist einfach nichts passiert“, berichtet eine Anwohnerin aus Hoffeld. Seit Anfang Juli war ein Haus an der Ecke Hoffeldstraße/Nauener Straße zunehmend verwahrlost. Die Frau fährt so gut wie täglich daran vorbei und beobachtet den Prozess: „Wenn ich es richtig weiß, sind die Inhaber verstorben und haben das Haus der Tochter vermacht.“ Seitdem sei der Zustand immer schlimmer geworden: Fenster gibt es keine mehr, im Vorgarten liegt jede Menge Schrott und Bauschutt. „Wir Anwohner in Hoffeld wurden alle etwas unruhig.“

Doch ganz aktuell gibt es Hoffnung: Denn seit wenigen Tagen sind auf dem Gelände Bauarbeiter am Werk und reißen das Haus ab. „Auf dem Grundstück wurde im Sommer der Abbruch des bestehenden Gebäudes genehmigt“, erläutert Ann-Katrin Keicher, Pressesprecherin der Stadt. „An seiner Stelle soll ein Mehrfamilienwohnhaus entstehen.“

In Stuttgart verkümmern mehrere Häuser

Das Haus in Hoffeld ist kein Einzelfall. Immer wieder verkümmern Häuser oder nicht fertig gestellte Baustellen in Stuttgart – so zum Beispiel in Schönberg, einem Stadtteil Birkachs. Dort lag von Sommer 2014 bis Sommer 2018 an prominenter Stelle, an der Kreuzung Birkheckenstraße/Steinpilzweg, eine große Baustelle brach. Die Baugrube war ausgehoben, die ersten Wände hochgezogen – dann rückten die Bauarbeiter ab. Was dort gebaut werden sollte, weiß bis heute keiner so genau. Vor einem guten Jahr wurde die Bauruine abgerissen.

Auch im beschaulichen Stadtteil Kaltental (Stuttgart-Süd) steht seit Jahren ein Haus leer. Die Türen sind offen, auf dem Gelände sammeln sich Müllsäcke, der Briefkasten hängt schief an der Mauer, überall liegen Zigarettenstummel herum. Im März dieses Jahr hieß es seitens der Stadtverwaltung, dass es für das Grundstück an der Schwarzwaldstraße einen Bauantrag auf Abbruch sowie Neubau eines Mehrfamilienhauses gibt. Wann über diesen Antrag entschieden werde, sei aber noch unklar. Und auch in Degerloch stehen mehrere Häuser leer – so etwa an der Felix-Dahn-Straße, der Leinfeldener Straße oder der Weidacher Straße.

Generell gilt seit 2016 in Stuttgart das Zweckentfremdungsverbot. Wenn Gebäude seit Längerem unbewohnt sind und die Hauseigentümer keine plausible Erklärung dafür haben, gibt es die Möglichkeit, Bußgelder zu verordnen.

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