Tragischer Vorfall im Killesbergfreibad: Ein Mädchen klettert über den Zaun, um keinen Eintritt zahlen zu müssen. Dabei bleibt sie mit ihrem Zeigefinger hängen.

Volontäre: Annika Mayer (may)

Das heiße Wetter am Dienstag hat dafür gesorgt, dass zahlreiche Menschen bei bester Laune in Stuttgart in die Freibäder strömten. Im Killesbergfreibad endete die sommerliche Stimmung jedoch in einem Desaster: Eine Jugendliche riss sich ihren Zeigefinger ab, als sie über den Zaun in das Bad kletterte.

 

Jens Böhm, Pressesprecher der Bäder Stuttgart, spricht von einem „schrecklichen Vorfall“. Gegen 16.40 Uhr seien drei Jugendliche, zwei Mädchen und ein Junge, im Bereich der Liegewiese am Kinderbecken über den Zaun geklettert, um für den Eintritt nicht bezahlen zu müssen. Eines der Mädchen sei oben am Zaun mit ihrem rechten Zeigefinger hängengeblieben und habe ihn sich dabei abgerissen.

Personal des Freibads leistet erste Hilfe

Das Personal im Freibad hat Böhm zufolge gut reagiert, als es auf den Unfall aufmerksam wurde: „Den Beschäftigten kann man keinen Vorwurf machen. Sie haben erste Hilfe geleistet und den Rettungsdienst gerufen.“ Der Finger des Mädchens sei gefunden worden, der Rettungsdienst habe ihn und das Mädchen mitgenommen. Ob der Finger des Mädchens gerettet werden konnte, wisse er nicht, sagt Böhm. „Wir bedauern diesen Vorfall sehr.“

Indem sie einfach über den Zaun geklettert sind, um kostenlos in das Freibad zu kommen, hätten die Jugendlichen Hausfriedensbruch begangen. Ob dies nun angezeigt wird, sei momentan noch intern in der Diskussion, so Jens Böhm.

Ordnungskräfte und Wachpersonal kontrollieren

Es sei eher die Ausnahme, dass man mitbekomme, wie sich jemand unbefugt Zutritt zum Freibadgelände verschafft, sagt der Pressesprecher. „Das passiert meistens, ohne dass wir das mitbekommen.“ Um das zu verhindern, seien die Ordnungskräfte dazu angehalten, über die Liegewiesen zu patrouillieren und die Bereiche an den Zäunen im Blick zu behalten. „Da wurden dieses Jahr keine Vorfälle gemeldet.“ Auch nachts gebe es einen Wachdienst, der kontrolliere.

Der Unfall, der sich am Dienstag ereignet hat, ist auch für den Sprecher bisher einzigartig: „Dass ein Vorfall so endet, ist in meiner Zeit noch nicht passiert.“