Stuttgart-Plieningen Eltern sammeln Unterschriften für Kitaplätze

Von  

Am Samstag, 8. April, starten Plieninger Eltern eine Aktion für den Erhalt von Kitaplätzen im Bezirk. Derweil weist die Stadt Kritik zurück; sie hat eine Erzieherin für den von der Schließung bedrohten Körschkindergarten abgelehnt.

Eine solche Anzahl von Unterschriften wie auf dem Foto würde der Elterngruppe Plieningen wohl deutlich Aufschub verleihen. Sie beginnt am Samstag mit einer Sammelaktion. Foto: dpa
Eine solche Anzahl von Unterschriften wie auf dem Foto würde der Elterngruppe Plieningen wohl deutlich Aufschub verleihen. Sie beginnt am Samstag mit einer Sammelaktion. Foto: dpa

Plieningen - Der Wetterbericht scheint bisher auf der Seite der Plieninger Elternzusammenkunft zu sein. Er verspricht für Samstag, 8. April, Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. Wenn die Plieninger für das Wochenende einkaufen, wollen auch zwei Mitstreiter einer Elterngruppe unterwegs sein; die Gruppe setzt sich für den Erhalt von Kitaplätzen im Bezirk ein. An diesem Tag werden die Eltern Unterschriftenlisten dabei haben und Passanten ansprechen. „Wir wollen einen öffentlichen Druck aufbauen, damit die Stadt endlich etwas gegen das Fehlen von Kitaplätzen in Plieningen tut“, sagt die Mutter Melanie Hofmann.

Auch in den Geschäften wollen Hofmann und die anderen Listen auslegen. So möchten sie auf ihre Gruppe aufmerksam machen, der sich laut Hofmann bisher sieben Plieninger angeschlossen haben. „Es geht uns auch darum, uns bekannter zu machen und weitere Eltern dazu zu bewegen, sich bei uns zu engagieren“, sagt Hofmann.

Bezirkschefin organisiert Treffen

Mitglieder der Elterngruppe wohnten den vergangenen Sitzungen des Bezirksbeirats bei. In den ersten fünf Minuten, in denen Bürger ihre Anliegen zur Sprache bringen können, setzten sie sich in ihren Wortmeldungen dafür ein, dass die Vertreter der verschiedenen Ämter nach Plieningen kommen und den Bürgern Rede und Antwort stehen zu fehlenden Kitaplätzen. Die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel sagte den Eltern zu, das Treffen zu organisieren. Gleichwohl müsse dies erst koordiniert werden, sagt sie. „Ich muss von den Eltern auch noch wissen, wen von der Stadt sie bei einer solchen Aussprache dabei haben wollen“, sagt Lindel. „Vielleicht ist dann der Platz im Sitzungssaal des Bezirksrathauses zu klein, und wir müssen nach einem anderen Raum suchen.“

Unmut verursachte bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung, dass die Bewerbung einer Erzieherin für den Körschkindergarten von der Stadt abschlägig beschieden wurde. Die Bürger baten Andrea Lindel, bei der Stadt nachzuhaken, woran die Bewerbung gescheitert ist. Hans-Ulrich Simon von der Abteilung Kinderbetreuung hatte bei der Bezirksbeiratssitzung im März zugesichert, dass alles getan werde, um neue Erzieher für den unter Personalmangel leidenden Kindergarten zu finden. Simon verwies damals ausdrücklich darauf, wie schwer es für die Stadt sei, überhaupt noch Erzieher zu finden. Wenige Wochen später erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der ablehnende Bescheid auf die Bewerbung der Erzieherin ein normaler Vorgang sei. Es lägen mehrere Bewerbungen vor, und die Stadt sei im Moment guter Hoffnung, dass sie am Ende Personal für zwei Kindergartengruppen hat.

Stadt spricht von normalem Vorgang

Simon verspricht den Eltern, dass er bei einem internen Gespräch zwischen den Eltern und dem Jugendamt am 24. April ein neues Personalkonzept vorstellen kann. „Es gibt keinen Grund, zu glauben, dass es bei der Sache nicht mit rechten Dingen zugeht“, sagt er. An der abgelehnten Bewerberin werde es nicht scheitern, dass der Körschkindergarten geöffnet bleibe, sagt er. Simon wirbt um das Vertrauen der Eltern. Er gibt aber zu, dass dieses derzeit erschüttert ist.

Sonderthemen