Stuttgarter Kickers Drei Abgänge, ein Zugang und Gerüchte um Pfeifer

Von Jürgen Frey 

Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers treibt die Planungen für die neue Saison voran, präsentiert einen Neuzugang und trennt sich von drei Routiniers. Auch der Geschäftsführer wird bei einem andern Club gehandelt.

Niklas Kolbe (li.) im Dress des FC Nöttingen gegen Leon Braun (damals noch beim SGV Freiberg): In der neuen Saison spielt der Innenverteidiger für die Stuttgarter Kickers. Foto: imago//Tobias_Baur
Niklas Kolbe (li.) im Dress des FC Nöttingen gegen Leon Braun (damals noch beim SGV Freiberg): In der neuen Saison spielt der Innenverteidiger für die Stuttgarter Kickers. Foto: imago//Tobias_Baur

Stuttgart - Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers trennt sich von drei Stammspielern: Die Verträge von Kapitän Tobias Feisthammel (32), Johannes Ludmann (30) und Michael Klauß (33) werden nicht verlängert. „Natürlich sind diese Gespräche nie angenehm, weil man im Team ja auch menschlich zusammenwächst. Im Sinne der Gesamtentwicklung der Mannschaft haben wir uns für diesen Weg entschieden“, sagte der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht – und ergänzte: „Auch die aktuelle Situation mit Corona hat uns bekräftigt, jetzt Veränderungen im Kader zu vollziehen und einen stärkeren Fokus auf die Verjüngung und Entwicklungsfähigkeit des Kaders zu legen.“

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Zumindest Spielführer Feisthammel trug die Entscheidung des Vereins mit Fassung: „Es schon schade, die Kickers sind ein cooler Verein mit tollen Fans.“ Allerdings hatte der Defensivmann ohnehin überlegt, einen anderen Weg einzuschlagen. Ihm schwebt vor, künftig zwar weiter höherklassig zu spielen, aber nur noch abends zu trainieren und tagsüber den Einstieg in den Beruf zu finden. „Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Sport mit einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft zu verbinden“, sagt Feisthammel, der unter anderem beim SSV Reutlingen gehandelt wird. Der Oberligist dürfte aber nicht seine erste Option sein.

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Als ersten Neuzugang konnten die Kickers Innenverteidiger Niklas Kolbe (23) präsentieren. Der 1,93-m-Mann kommt vom FC Nöttingen und stand schon länger auf der Wunschliste des SVK. Kolbe war in Nöttingen drei Jahre lang in der Oberliga und auch ein Jahr in der Regionalliga Stammspieler. Er entschied sich trotz Angebote höherklassiger Vereine für die Kickers, weil er, so Siebrecht, durch das Werben um ihn vom Weg und vom Verein überzeugt ist.

Bei Tunjic sieht’s gut aus

Auch die Kontrakte von Vize-Kapitän Patrick Auracher und Top-Torjäger Mijo Tunjic sowie den Winter-Neuzugängen Aron Viventi und Theo Rieg laufen am 30. Juni aus. Eine Entscheidung wurde noch nicht bekannt gegeben. Dass die Verlängerung mit Tunjic (19 Saisontore) ganz oben auf der Prioritätenliste steht, ist klar – und die Tendenz geht auch zur weiteren Zusammenarbeit, doch finanzielle Einigung besteht noch nicht: „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Tunjic-Berater Hans-Adolf Pieper. Auracher erhält in den nächsten Tagen ein neues Vertragsangebot.

Pfeifer bei 1860 im Gespräch

Unterdessen könnte es auch auf der Geschäftsstelle zu Veränderungen kommen. Münchner Medien bringen den Kickers-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer als kaufmännischen Geschäftsführer beim Drittligisten TSV 1860 ins Gespräch. Für die Nachfolge von Michael Scharold wird neben Pfeifer noch Sven Froberg gehandelt, bis April Leiter der Marketing- und Unternehmenskommunikation beim VfL Wolfsburg, zuvor Managing Director beim Sportinformationsdienst und Sportchef bei Pro7/Sat1.

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Froberg soll der Wunschkandidat von Seiten der Investoren sein, Pfeifer der der Vereinsvertreter. Marc-Nicolai Pfeiffer war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.