Geisterderby gegen SSV Reutlingen Gelungene Kickers-Aktion bringt viel Aufmerksamkeit

Von Jürgen Frey 

Viel Prominenz hat die Aktion der Stuttgarter Kickers zum Geisterderby unterstützt und die Strahlkraft des Vereins belegt. Zur Belohnung gab es ein ausverkauftes virtuelles Gazi-Stadion – und Geld in die Kasse.

Im Gazi-Stadion ruht derzeit der Ball – doch virtuell war die Spielstätte auf der Waldau am Sonntag ausverkauft. Foto: Baumann
Im Gazi-Stadion ruht derzeit der Ball – doch virtuell war die Spielstätte auf der Waldau am Sonntag ausverkauft. Foto: Baumann

Stuttgart - Das Wort zum Sonntag hatte der Chef persönlich gesprochen: „Heute trägt ganz Deutschland eine blaue Maske“, sagte Fritz Keller und zeigte einen Mund- und Nasenschutz in den Farben der Stuttgarter Kickers in die Kamera. Auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) warb für das virtuelle Geisterspiel des Oberligisten gegen den SSV Reutlingen. Davor hatten Jürgen Klinsmann, Julian Nagelsmann, Serge Gnabry, Robin Dutt, Fredi Bobic und viele weitere Prominente aus der Fußballbranche die Blauen unterstützt. Werbung für die kreative Aktion machten aber auch bekannte Gesichter aus anderen Sportarten wie Handball-Funktionär Bob Hanning oder Handball-Nationalkeeper Jogi Bitter, genauso Köpfe aus der Politik wie Ministerin Susanne Eisenmann oder Bürgermeister Martin Schairer.

Lesen Sie hier: Das Interview mit Kickers-Chef Rainer Lorz

„Die gute Energie, das Wohlwollen der ganzen Kickers-Familie und ein erfolgreiches Event standen für uns im Vordergrund. Wir sind überwältigt von dem Zuspruch, der sehr positiv wiegt“, sagte Kickers-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer. Die finanziellen Mittel seien „auch ein wichtiger Teil, um die Finanzierung sicherzustellen“. Über 11 500 Karten waren für das Event verkauft worden, das in vielfältiger Weise einen virtuellen Einblick in den Verein ermöglichte. Teilweise war der Server überlastet, die Geschwindigkeit der Übertragung reduziert. Unterm Strich blieben rund 50 000 Euro in der Kickers-Kasse hängen.

Lesen Sie hier: Kaderplanung mit vielen Fragezeichen

„Die Aktion belegt die Strahlkraft dieses Vereins. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er auch sportlich für seine Anstrengungen belohnt wird“, ist sich der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht sicher. Doch derzeit dominiert die Unsicherheit beim aktuellen Tabellendritten der Oberliga. An diesem Dienstag gibt der WFV bekannt, was mit der unterbrochenen Saison passiert. Alles andere als ein Abbruch der Runde wäre eine Überraschung. Spannend wird, wie in diesem Fall gewertet wird. Eine der denkbaren Varianten: Es gibt einen Aufsteiger (ermittelt nach der Quotientenregel) und keine Absteiger.




Unsere Empfehlung für Sie