Stuttgarter Kickers hoffen weiter Trotz Sieg: Kickers-Trainer Flitsch nicht rundum zufrieden

Von Jürgen Frey 

Die gute Nachricht: die Stuttgarter Kickers haben die Aufstiegsrunde erreicht. Die schlechte Nachricht: es sind weiter auch Schwachpunkte offensichtlich. Reicht das für den Sprung in die Regionalliga?

Die Kickers freuen sich auf die Aufstiegsrunde Foto: Baumann
Die Kickers freuen sich auf die Aufstiegsrunde Foto: Baumann

Großaspach - Patrick Auracher war geschafft, aber glücklich: „Jetzt legen wir uns drei Tage in die Eistonne – und dann hauen wir wieder alles raus“, sagte der Innenverteidiger des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers. Mit dem 4:3 (2:0) im Endspiel um Platz zwei in Großaspach gegen den FSV 08 Bissingen wahrten die Blauen ihre Aufstiegschance: Bereits an diesem Sonntag (14 Uhr) geht es im Gazistadion in der Relegation los gegen den SV Röchling Völklingen. Am 5. Juni (19 Uhr) steht dann das entscheidende Auswärtsspiel beim FC Bayern Alzenau an. Die beiden Kontrahenten trennten sich am Donnerstag in Völklingen 2:2.

Lesen Sie hier: so läuft die Aufstiegsrunde

Wollen die Kickers in den Aufstiegsspielen erfolgreich sein, sollten sie die Nachlässigkeiten in der Endphase vermeiden. „Das war Kickers live“, haderte Präsident Rainer Lorz, als die Kickers nach einer 4:1-Führung plötzlich nur noch 4:3 vorne lagen. „Eigentlich war der Sieg nie in Gefahr, doch dann verhalten wir uns zweimal wahnsinnig passiv, die Körpersprache hat nicht mehr gestimmt. Das kann nicht unser Anspruch sein“, kritisierte auch Trainer Tobias Flitsch die späten Gegentore durch Patrick Milchraum (83.) und Riccardo Gorgoglione (84.). Da den Blauen auch ein Unentschieden gereicht hätte, geriet die Endphase nicht mehr zur ganz großen Zitterpartie, dennoch: Souverän sieht anders aus.

Ein Zigarettchen vor dem Spiel

Dabei erwischten die Kickers vor 4863 Zuschauern einen echten Blitzstart. Im letzten Saisonspiel zeigte das Team plötzlich Stärken bei Standards und schlug nach zwei Eckbällen entschlossen und eiskalt zu: Lukas Kling (7.) und Nico Blank (9.) sorgten für eine beruhigende 2:0-Führung. Innenverteidiger Tobias Feisthammel hatte zuvor die Kopfballduelle gewonnen. „Wir hatten leider zu Beginn die Hosen voll“ ärgerte sich Bissingens Trainer Alfonso Garcia, dessen Team eigentlich ganz entspannt ins Spiel ging. Die FSV-Spieler waren auch nach Großaspach mit den Privat-Pkws gefahren, parkten ihre Autos wie die Fans in einer Wiese. Vor der Partie genehmigte sich der eine oder andere Spieler noch ein Zigarettchen. Nur nichts anders machen als sonst.

Die Kickers kontrollierten mit ihrem kompakten 4-1-4-1-System die Partie vor der Pause. Bissingen drückte zwar, kam aber zu keinen klaren Torchancen. In der zweiten Hälfte schloss Johannes Ludmann (61.) einen Konter zum 3:0 für die Kickers ab. Sechs Minuten später gelang Gorgoglione aber schon das 1:3. Die Kickers hatten Glück, dass ein Tor von FSV-Offensivmann Michael Deutsche (73.) wegen Abseits nicht gegeben wurde. „Da wackelten wir“, gab Auracher zu. Nach Shkemb Miftaris 4:1 (80.) schien die Sache endgültig für die Blauen gelaufen zu sein, doch es folgten die beiden Gegentore. „Zum Schluss war es eine Katastrophe“, wählte Flitsch deutliche Worte, „doch das Entscheidende ist nun mal das Ergebnis.“

Der gegnerische Trainer macht Mut

Das lässt den Kickers die Chance auf den Aufstieg. Mut machte der Trainer des Gegners: „Ich bin sicher, die Kickers packen das“, sagte Garcia. Warum? „Weil sie erfahren sind, enorm robust, und diese tollen Fans im Rücken haben.“ Über 2000 waren mitgereist – und feierten ihr Team nach dem Abpfiff. Auch wenn die Aussetzer am Ende mit Blick auf die Aufstiegsrunde zu denken geben.




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