Stuttgarter Kickers Warum die Blauen noch kein Spitzenteam sind

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Drittes Auswärtsspiel, drittes Unentschieden: Das 1:1 beim FC 08 Villingen zeigt, warum die Stuttgarter Kickers noch keine Oberliga-Spitzenmannschaft sind.

Nach langer Verletzungspause in Villingen erstmals wieder eingewechselt: Kickers-Mittelfeldspieler Marvin Weiss. Foto: Baumann
Nach langer Verletzungspause in Villingen erstmals wieder eingewechselt: Kickers-Mittelfeldspieler Marvin Weiss. Foto: Baumann

Villingen/Stuttgart - Als sich Ramon Gehrmann am Sonntagfrüh zum Regenerationstraining aufmachte, hatte der Trainer des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers sich das 1:1 (0:0) seiner Blauen beim FC 08 Villingen schon zweimal auf Video nochmals angeschaut. Eine seiner Haupterkenntnisse blieb dieselbe: „Unser Plan ist fast perfekt aufgegangen. Doch letztendlich zeigte das Spiel den Unterschied zwischen einer guten Mannschaft und einer Spitzenmannschaft. Eine Spitzenmannschaft gewinnt das Spiel mit 1:0“, sagte Gehrmann und setzt in der langen Saison auf den Faktor Zeit: „Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess.“

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Die Kickers hatten 80 Prozent Ballbesitz, betrieben einen „Heidenaufwand“ (Gehrmann), brachten die 1:0-Führung durch Markus Obernosterer (53./viertes Saisontor) aber nicht nach Hause. Sie verpassten es nachzulegen, weil im letzten Drittel zu oft die falsche Entscheidung getroffen wurde. Kamran Yahyaijan gelang in der 66. Minute mit der ersten Torchance der Villinger das 1:1. Danach gab es kein Durchkommen mehr für die Kickers. „Wir waren nicht gierig, nicht konsequent genug, den letzten Schritt zu machen. Daran müssen wir schleunigst arbeiten. Denn so können wir auswärts nicht weitermachen“, sprach Mittelfeldspieler Lukas Kling Klartext.

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Zwar blieben die Blauen auch im fünften Punktspiel der Saison ungeschlagen (hinzu kommen vier siegreiche WFV-Pokalspiele), doch von neun möglichen Auswärtspunkten wurden nur drei geholt. Schon an diesem Mittwoch (19 Uhr) dürfen die Kickers wieder zuhause ran: Dann kommt der FSV 08 Bissingen ins Gazi-Stadion. Und so gut wie sicher wird dann auch Cristian Giles wieder stürmen. Er saß wie schon in Backnang 90 Minuten auf der Bank. Gehrmanns Begründung: „Noah Lulic hatte brutal gut trainiert und sich den Einsatz verdient, hinzu kamen taktische Gründe.“ Lulics Tempo und seine tiefen Laufwege waren gegen die tief stehenden Villinger gefragt.

Kommt Zagaria zurück?

Fraglich ist, ob Abwehrchef Denis Zagaria gegen Bissingen ins Team zurückkehrt. Im Schwarzwald fehlte er wegen seiner Oberschenkelprobleme. Die Kickers begannen erstmals in dieser Saison mit einer Vierer- statt mit einer Dreierkette. Daran hätte allerdings auch ein Einsatz des 27-Jährigen nichts geändert. Gehrmann hätte Zagaria zum ersten Mal nicht im Abwehrzentrum, sondern auf der Sechser-Position gebracht.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers: Bromma – Moos, Reisig, Kolbe, Kammerbauer – Blank, Kling, Obernosterer, Landwehr (75. Weiss) – Lulic (75. Braig), Tunjic.




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