Stuttgarter Leonhardskirche Erster Segnungsgottesdienst für homosexuelles Paar

Das Thema bleibt kontrovers, weil theologisch konservative Kreise aufgrund ihres Bibelverständnisses praktizierte Homosexualität ablehnen (Symbolbild). Foto: dpa/Michael Reichel
Das Thema bleibt kontrovers, weil theologisch konservative Kreise aufgrund ihres Bibelverständnisses praktizierte Homosexualität ablehnen (Symbolbild). Foto: dpa/Michael Reichel

In der Stuttgarter Leonhardskirche soll am 24. Mai der erste Segnungsgottesdienst für ein gleichgeschlechtliches Paar in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg stattfinden.

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Stuttgart - Den ersten Segnungsgottesdienst für ein gleichgeschlechtliches Paar in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg veranstaltet am 24. Mai die Stuttgarter Leonhardskirche. Wie der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart am Mittwoch mitteilte, handelt es sich um zwei Männer, die bereits zivil verheiratet sind. „Wir wünschen uns für unsere Ehe den Segen Gottes, denn das ist uns beiden wichtig“, wird das Paar in der Mitteilung zitiert.

Vor einem Jahr - und damit später als fast alle anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland - hatte die württembergische Landessynode den Weg zu solchen Segnungsgottesdiensten eröffnet. Dem neuen Gesetz zufolge können bis zu einem Viertel der Kirchengemeinden „gleichgeschlechtlichen Paaren oder Paaren, von denen zumindest eine Person weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht angehört“, einen Segnungsgottesdienst nach deren ziviler Eheschließung anbieten. Das Thema bleibt kontrovers, weil theologisch konservative Kreise aufgrund ihres Bibelverständnisses praktizierte Homosexualität ablehnen.

Leonhardsgemeinde musste Genehmigungsverfahren durchlaufen

Die Stuttgarter Leonhardsgemeinde musste den Angaben zufolge ein Genehmigungsverfahren durchlaufen, das sie zur Durchführung solcher Segnungsgottesdienste befähigt. Pfarrer Christoph Doll, der den Gottesdienst halten wird, kommentierte: „Ich bin sehr froh, dass ich künftig lesbische und schwule Ehepaare nicht mehr wegschicken muss.“ Für die „bisher sehr hartherzige Linie“ der Landeskirche habe er sich oft geschämt.

Nach Angaben des Sprechers der Landeskirche, Oliver Hoesch, haben sich bislang etwa 170 der rund 1.300 württembergischen Gemeinden dafür entschieden, Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare anzubieten. Das ist umgerechnet eine von acht Kirchengemeinden. Die Evangelische Landeskirche in Baden hat vor vier Jahren homosexuelle Paare vollständig mit heterosexuellen gleichgestellt. Ihr Anteil an kirchlichen Hochzeiten liegt nach Angaben der Landeskirche deutlich unter einem Prozent.




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