Stuttgarter Wahrzeichen Der Fernsehturm im Notbetrieb

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Das Stuttgarter Wahrzeichen ist – wie so vieles derzeit – wegen Corona geschlossen. Wann der Fernsehturm wieder öffnen kann, ist unklar. Der Betreiber tüftelt derweil an einem Konzept, das den Publikumsverkehr in diesen Zeiten erlaubt.

Seit dem 14. März dürfen keine Besucher mehr auf das Stuttgarter Wahrzeichen. Wann der Fernsehturm wieder öffnen kann, ist nicht absehbar. Foto: 7aktuell.de/David M. Skiba
Seit dem 14. März dürfen keine Besucher mehr auf das Stuttgarter Wahrzeichen. Wann der Fernsehturm wieder öffnen kann, ist nicht absehbar. Foto: 7aktuell.de/David M. Skiba

Degerloch - Sabine Fischer ist auf eine lange Durststrecke eingestellt. „Wir wissen nicht, wie lange der Zustand anhält.“ Fischer hat beim Betreiber SWR Media Services (SMS) die Leitung des Fernsehturms inne. Seit 14. März ist das Stuttgarter Wahrzeichen wegen der Ausbreitung des Coronavirus für den Publikumsverkehr geschlossen. „Von heute auf morgen haben wir alles auf Null herunterfahren müssen“, sagt Fischer. Keine Besucher, keine Gastronomie, kein Souvenirverkauf. Führungen und Veranstaltungen im Turm mussten abgesagt werden. Lediglich das Nötigste, wie die Prüfung von technischen Anlagen beispielsweise, kann derzeit noch gemacht werden.

Gerade zu Ferienzeiten – wie über Ostern oder Pfingsten – sei üblicherweise viel Andrang am Fernsehturm, berichtet Fischer. „Jetzt verstreichen die Tage ohne viel Leben am Turm.“ Die Schließung ist ein Geduldsspiel nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Beschäftigten rund um den Fernsehturm. „Wir haben so ein tolles, motiviertes Team. Uns fällt es schwer, die Füße stillzuhalten“, sagt die Leiterin. Die SWR Media Services musste ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Das sei nötig gewesen, weil man keine Beschäftigten entlassen will.

Die letzte Schließung kostete den Betreiber Millionen

Erneut steht alles still. Das war erst vor wenigen Jahren der Fall, als der Fernsehturm aufgrund von Brandschutzsanierungen zwischen 2013 und 2016 geschlossen bleiben musste. Der finanzielle Verlust damals ging in die Millionen. Wie es dieses Mal sein wird, lasse sich nicht abschätzen, sagt Fischer. Das hänge davon ab, wie lange nun tatsächlich keine Besucher auf den Fernsehturm dürfen. Dass die Verluste sich in Zukunft in Form von höheren Ticketpreisen niederschlagen werden, kann die Leiterin nicht ausschließen. „Aber das ist nicht unsere Priorität.“ Zunächst gehe es darum, einen Plan zu entwickeln, wie der Fernsehturm – wenn auch mit Einschränkungen – wieder öffnen kann.

Während andere Einrichtungen, wie die Stuttgarter Wilhelma, am 11. Mai bereits wieder öffnen können, tüftelt man am Fernsehturm noch an einem Konzept. Der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter und Besucher stehe an erster Stelle, betont Fischer. „Wir prüfen, welche Schutzmaßnahmen wir umsetzen können.“ Man sei im Austausch mit dem Gesundheitsamt und mit anderen Einrichtungen und Kulturbetrieben, spiele verschiedene Szenarien für die Wiederöffnung durch. Fragen, wie „wie viele Besucher können gleichzeitig auf den Turm, damit die Abstandsregeln noch eingehalten werden können?“ müssen geklärt werden.

Ziel ist eine schnelle Wiederöffnung – aber erst muss ein Konzept her

Nach der Wiedereröffnung 2016 verzeichnete der Fernsehturmbetreiber einen wahren Besucheransturm. Sabine Fischer rechnet aber nicht damit, dass es nach dieser Zwangspause genau so sein wird. „Wir erwarten zu Beginn eher eine zurückhaltende Besuchsaktivität.“ Solange das Reisen weiter eingeschränkt ist, werden wohl vor allem Menschen aus Stuttgart und der Region den Aussichtspunkt besuchen, vermutet die Leiterin.

Ziel sei nun, sagt Fischer, den Turmbesuch überhaupt schnell wieder zu ermöglichen – „aber erst, wenn wir ein Schutzkonzept ausgearbeitet haben“. Einen Termin dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir sagen können: Zu diesem Tag öffnen wir wieder“, sagt Fischer. Wann ein regulärer Betrieb – ganz ohne Corona-Einschränkungen – wieder möglich ist, steht in den Sternen. „Wir würden das Ganze gern beschleunigen, aber wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt“, sagt Fischer.

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