Stuttgarts OB grenzt sich ab Kuhn hält nichts von „Rotzbuben“-Vergleich

Von jan/ceb 

Unter dem Eindruck der Stuttgarter Krawallnacht haben die Oberbürgermeister von Tübingen, Schwäbisch Gmünd und Schorndorf einen Brief an die Landesregierung geschrieben und ein Pflichtjahr für junge Leute gefordert. Stuttgarts OB Fritz Kuhn hält von diesem Brief wenig bis nichts.

Kritik an den  OB-Kollegen: Fritz Kuhn. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Kritik an den OB-Kollegen: Fritz Kuhn. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Sollten Kommunen die Möglichkeit bekommen, junge Leute für ein Jahr zu einem gesellschaftlichen Grunddienst zu verpflichten? Das haben die Oberbürgermeister von Tübingen, Schorndorf, und Schwäbisch Gmünd, Boris Palmer (Grüne), Matthias Klopfer (SPD) und Richard Arnold (CDU), als Konsequenz der Stuttgarter Krawallnacht in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobel (CDU) gefordert. Die Reaktion von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) fällt unmissverständlich aus: „OB Kuhn lässt wissen, dass er von dem Brief nichts hält und ihn auch nicht unterschreiben würde“, teilte Stadtsprecher Sven Matis am Mittwoch auf Anfrage mit. Bei der Sitzung des Internationalen Ausschusses am Abend im Stuttgarter Rathaus wurde Kuhn dann noch deutlicher. An die Adresse der Oberbürgermeisterkollegen sagte er: „Passt mal auf diejenigen auf, die ihr Samstagnachmittags nach Stuttgart schickt!“

Palmer, Klopfer und Arnold argumentierten in ihrem vierseitigen Brief, sie würden die „zunehmende Aggressivität und Respektlosigkeit“ junger Leute in den Städten mit großer Sorge betrachten. Auf dieses „Rotzbuben-Gehabe“ müsse man konsequent mit den Mitteln der Polizei und der Justiz reagieren. Kuhn hält diesen Ausdruck für unangebracht: „,Rotzbuben‘ ist eine Beschimpfung und Verharmlosung.“




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