Super Bowl und Coronavirus Trump gratuliert dem falschen Bundesstaat

Von Siri Warrlich 

In den vergangenen Stunden hat US-Präsident Donald Trump mit gleich zwei Äußerungen für Aufsehen gesorgt. Nicht nur für einen Irrtum nach dem Super Bowl wird der Präsident kritisiert.

US-Präsident Donald Trump hat mal wieder eine kesse Lippe riskiert. Foto: AP/Manuel Balce Ceneta
US-Präsident Donald Trump hat mal wieder eine kesse Lippe riskiert. Foto: AP/Manuel Balce Ceneta

Stuttgart - Der Super Bowl gehört zu den wichtigsten Sportereignissen in den USA. Dieses Jahr haben die Kansas City Chiefs erstmals seit 50 Jahren wieder triumphiert. Star-Quarterback Patrick Mahomes führte sein Team im packenden Finale der National Football League mit einer beeindruckenden Aufholjagd zum 31:20 gegen die San Francisco 49ers und deren deutschen Profi Mark Nzeocha.

Für den Präsidenten der USA stellte sich der Sieg allerdings als großes Fettnäpfchen heraus. „Sie repräsentieren den großartigen Bundesstaat Kansas (...)“, schrieb Trump nach dem Match auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. So ist es in zahlreichen Screenshots des Tweets zu lesen, die derzeit im Netz kursieren.

Später nennt Trump den richtigen Staat

Auf Trumps Kanal ist der besagte Tweet jedoch nicht mehr zu finden. Der Präsident scheint ihn gelöscht zu haben – denn die Aussage war für Trump sehr peinlich. Anders als der Name auf den ersten Blick vermuten lässt, sind die Kansas City Chiefs kein Team aus dem Bundesstaat Kansas, sondern aus dem Staat Missouri.

In einem neuen Tweet des Präsidenten wird der richtige Bundesstaat genannt.

Den Spott der Menschen im Netz konnte Trump damit allerdings nicht mehr aufhalten. Zudem wird der Präsident für eine weitere Äußerung zu einem anderen Thema – dem Coronavirus – kritisiert. In einem Interview, das Trump dem Sender Fox News gab, sagte der Präsident: „We did shut it down“, auf Deutsch übersetzt bedeutet das so viel wie „Wir haben es besiegt“ oder „Wir haben es ausgeschaltet“. Damit bezog sich Trump offenbar auf die Maßnahmen seiner Regierung.

Coronavirus im Verhältnis sehen

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ zur Koordinierung der empfohlenen Krisenmaßnahmen erklärt hatte, riefen die USA vor wenigen Tagen eine eigene „gesundheitliche Notlage“ aus. Ausländische Reisende aus China werden damit nicht mehr ins Land gelassen – mit Ausnahme von Angehörigen von US-Staatsbürgern. Das Einreiseverbot begründete Gesundheitsminister Alex Azar mit dem potenziellen Ansteckungsrisiko. Der von US-Präsident Trump erlassene Bann gilt seit Sonntag. Zudem müssen sich US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen vor der Einreise in Wuhan oder der umliegenden Provinz Hubei waren, für bis zu zwei Wochen in Quarantäne begeben. Amerikaner, die in anderen Teilen Chinas waren, sollen sich selbst für zwei Wochen isolieren.

Lesen Sie hier: Grippe- und Coronavirus im Vergleich

Kalifornische Behörden haben indes den elften Infektionsfall in den USA bestätigt. Es handle sich dabei um eine Person, die sich jüngst im chinesischen Wuhan, das als Ursprungsort der Epidemie gilt, aufgehalten habe. Weltweit ist das Virus alles andere als „ausgeschaltet“. Bis Montag sind weltweit mehr als 17.300 Infizierte mit dem zuerst in China entdeckten neuen Coronavirus gemeldet worden, rund 17.200 Fälle davon in China selbst. Experten mahnen allerdings, das neue Virus in Relation zu sehen. So starben etwa an der Grippe in der sehr heftigen Saison 2017/2018 allein in Deutschland nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 25.000 Menschen – ohne dass dies annähernd so viel Aufmerksamkeit und Besorgnis erregt hätte wie derzeit das Coronavirus.




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