Tarifabschluss für Kfz-Handwerk In die Autohäuser kehrt der Betriebsfrieden zurück

Selten zuvor haben die Beschäftigten des Kfz-Gewerbes so vielfältig Flagge gezeigt wie in dieser Tarifrunde. Foto: Julian Rettig/IG Metall
Selten zuvor haben die Beschäftigten des Kfz-Gewerbes so vielfältig Flagge gezeigt wie in dieser Tarifrunde. Foto: Julian Rettig/IG Metall

Die IG Metall und die Tarifgemeinschaft der Arbeitgeber erzielen einen Tarifabschluss für das Kfz-Gewerbe im Südwesten. Selten zuvor hat die Gewerkschaft in den Autohäusern so stark mobilisiert. Dadurch wurden deutliche Einschnitte verhindert.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)
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Leinfelden - Die Gehälter der 52 000 Beschäftigten im baden-württembergischen Kfz-Handwerk steigen im Februar nächsten Jahres um 2,2 Prozent. Bereits im August dieses Jahres erhalten sie eine Corona-Beihilfe von 500 Euro.

Darauf haben sich nach dem Pilotabschluss im bayerischen Kfz-Handwerk auch die Arbeitgeber und die IG Metall im Südwesten am Freitagabend verständigt. Der neue Entgelttarifvertrag läuft bis Ende März 2023, der Manteltarifvertrag ist unverändert wieder in Kraft. Die von den Arbeitgebern erhobenen Forderungen nach Veränderungen im „Mantel“ – vor allem der Samstag als zusätzlicher Regelarbeitstag – wurden zurückgenommen. Auch konnten sie keine längere Nullrunde für eineinhalb Jahre zur Überwindung der Coronakrise und Mehrarbeitszuschläge erst ab der 41. Wochenstunde durchsetzen.

Zitzelsberger würdigt „historischen Moment“

„Die geforderten Verschlechterungen sind komplett vom Tisch“, lobte IG-Metall-Verhandlungsführer Ivan Curkovic. Mehr als 5000 Warnstreikende hätten sich den Respekt erkämpft, den sie sich während der Pandemie verdient hätten.

Zur zweiten Verhandlungsrunde in Leinfelden hatten mehr 700 Beschäftigte vor Ort protestiert, weitere rund 1000 Beschäftigte beteiligten sich allein an diesem Tag im ganzen Land an Warnstreiks in Autohäusern und Kfz-Werkstätten. IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger sprach auf der Kundgebung in Leinfelden von einem „historischen Moment“ in der Geschichte des Handwerks. Selten zuvor seien in einer Kfz-Tarifrunde „mehr PS auf die Straße gebracht worden“.

Seit Ablauf der Friedenspflicht Ende Mai hatten sich im Südwesten 5000 Beschäftigte der Autohäuser von Mercedes-Benz, Audi, Porsche, VW, BMW, MAN und Ford an Warnstreiks beteiligt. Die Aktionen reichten von Frühschluss über Mobilitätskorsos bis zu Menschenketten.

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