„Tatort“-Kritik: „Rhythm and Love“ aus Münster Der nackte Tote läuft so nebenbei

Kommissar Thiel (Axel Prahl, re.) ist wie so oft genervt von  Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers). Foto: WDR/Martin Valentin Menke 25 Bilder
Kommissar Thiel (Axel Prahl, re.) ist wie so oft genervt von Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers). Foto: WDR/Martin Valentin Menke

In „Rhythm and Love“ haben Thiel und Boerne mal wieder ihre einander zugeneigte Abneigung ausgelebt. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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Münster - Was taugt „Rhythm and Love“? Der neue „Tatort“ aus Münster in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Alberich ruiniert in „Rhythm and Love“ eine wichtige DNA-Spur, der eitle Boerne schwitzt und bibbert vor sich hin, weil ihm ein Plagiatsverfahren droht, Kommissar Thiel wundert sich über das Liebesleben in einer Kommune, und sein beleibter Kollege Schrader fürchtet sich vor dem Polizeisportfest. Ach ja, fast vergessen – zwei Morde werden auch noch aufgeklärt.

Zahl der Leichen Zwei.

Briefgeheimnis Boerne (Jan Josef Liefers) steht mit dem Schlüssel in der Hand vorm Briefkasten. Thiel (Axel Prahl) ist interessiert: „Warten Sie auf Post?“ „Ich bitte Sie, wer wartet heutzutage noch auf Post?“ Natürlich wartet Boerne auf Post. Aber die unterhaltsame Dynamik dieses Duos erfordert den Kampf um jeden Brösel Wahrheit.

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Polizistenweisheit Schrader (Björn Meyer) bringt das Problem fehlender Ermittlungsansätze auf den Punkt: „Ein nackter Mann irgendwo im Auwald, der könnte überall herkommen.“ Vielleicht darum läuft der Fall so nebenbei. Man muss dem Zufall Raum lassen, für einen zu arbeiten.

Haarige Sache Von Alberichs Schreibtisch wird ein Spurensicherungstütchen mit einem Haar geweht. Haar und Tüte trennen sich. Alberich (Christine Urspruch) findet das Haar wieder – aber daneben noch ein zweites. Schade, dass es keinen Bürohund gibt, das würde die Auswahl auf dem Boden enorm vergrößern. Aber auch so ist das eine schöne Klemme. Wer gibt schon gerne einen dummen Fehler zu?

Personalführung Alberich ist fix und fertig und bittet darum, früher gehen zu dürfen. Boerne ist in bewährter Alles-muss-man-selber-machen-lassen-Laune und bürdet ihr Überstunden auf. Sein aufmunternder Rat: „Je schneller Sie mit allem fertig sind, desto früher sind Sie im Bett!“

Unser Fazit Als Krimi Schonkost, als Besuch bei skurrilen Bekannten sehr nett.

Spannung Note 3; Logik Note 3




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