Tatort-Kritik: „Unklare Lage“ Eine Stadt in Angst

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Batic und Leitmayr jagen einen jugendlichen Amokschützen und suchen dessen mögliche Mitwisser und Helfer. Ein packender Fall nach einer realen Vorlage.

Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) zeigen, dass sie es noch können. Foto: dpa 13 Bilder
Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) zeigen, dass sie es noch können. Foto: dpa

Stuttgart - Was taugt „Unklare Lage?“ Der neue „Tatort“ aus München in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Ein Jugendlicher ermordet einen Kontrolleur im Linienbus. Ganz München befürchtet, dass dies nur der Auftakt eines Amoklaufs mit mehreren Tätern sein könnte.

Zahl der Leichen Drei.

Realitätsbezug Der Drehbuchautor Holger Joos lässt es die Akteure aussprechen: Der Fall erinnert an die Tat eines 18-Jährigen im Jahr 2016, der im Olympia-Einkaufszentrum um sich schoss.

Sie sind wieder da!!! Hatten die Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in den zurückliegenden „Tatort“-Filmen gewirkt, als seien sie schon halb in der Rente, so sind sie nun aktiv und präsent, dass es kracht. Schon bei ihrem ersten Erscheinen am Tatort streifen sie sich Schutzwesten über und sind von da an nicht zu stoppen: „Ok, Franz, wir zwei ziehen jetzt los und suchen ganz München ab. Allein. Uns glaubt nämlich niemand mehr“, sagt Ivo Batic, als die Lage aussichtslos scheint – und weiter geht’s. Unterwegs merkt man den in Ehren ergrauten Herren ihr Alter an, anders wäre es bei dem Stress auch albern. Aber: Hurra, sie können es noch!

Empathie Die Angst der Passanten, die Verzweiflung der Eltern des Täters, die Ratlosigkeit der Ermittler, der Beinahe-Zusammenbruch des Kollegen Kalli (Ferdinand Hofer): All das zeichnet die Regisseurin Pia Strietmann sauber und ohne Betroffenheitsschmalzigkeit nach.

Unser Fazit Einer der der besten Filme der zwei Münchner. Hoffentlich machen sie noch lange genau so weiter.

Spannung Note 1; Logik Note 2




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