„Tatort“-Vorschau: „Blind Date“ aus Mainz Rosa sucht das Risiko

Das Mainzer Ermittlergespann: Heike Makatsch als Ellen Berlinger und Sebastian Blomberg als Martin Rascher Foto: SWR/Bettina Müller 16 Bilder
Das Mainzer Ermittlergespann: Heike Makatsch als Ellen Berlinger und Sebastian Blomberg als Martin Rascher Foto: SWR/Bettina Müller

Kommissarin Ellen Berlinger und ihr Kollege Rascher müssen einen Tankstellen-Mord in Mainz klären. In „Blind Date“, Heike Makatschs dritter „Tatort“-Folge, gehen Blindheit und Dekadenz eine unheilvolle Allianz ein.

Kultur: Ulla Hanselmann (uh)
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Stuttgart - Tiefschwarz, nur von ein paar verschwommenen Lichtpunkten durchsetzt, ist die Welt der blinden Jurastudentin Rosa Münch (eindrucksvoll: Henriette Nagel). Als sie sich wie jeden Abend zwei Bier an ihrer Stammtankstelle holen will, gerät sie in einen Überfall, der den Tankwart das Leben kostet. Das Täterduo, ein Mann und eine Frau, kann Rosa nur hören und riechen – dass sie trotzdem präziseste Details schlussfolgern kann, lässt die Mainzer Kommissare Ellen Berlinger (Heike Makatsch) und Martin Rascher (Sebastian Blomberg) in „Blind Date“ verblüffte Blicke wechseln.

Wer trägt teures Parfüm und überfällt eine Tankstelle?

Rosa identifiziert sogar das kostspielige Parfüm der Täterin und leitet gleich selbst die den Verdächtigenkreis einengende Frage ab: „Wieso überfällt man ’ne Tankstelle, wenn man sich so ein teures Parfüm leisten kann?“ Die Täter haben sie erkannt, Polizeischutz lehnt die Ohrenzeugin ab – Überwachung hat sie genug durch ihre Eltern.

Rosa sucht Risiko, Sex und Freiheit, und das bringt sie in eine unheilvolle Nähe zu Sophie Hansen (Anica Happich), die sie anhand deren Parfüms in der Unibibliothek erkennt. Der Autor Wolfgang Stauch und die Regisseurin Ute Wieland inszenieren Hansen und ihren Freund als modernes Bonnie-und-Clyde-Gespann, das seine Luxuslangeweile mit kriminellen Eskapaden durchbricht.

Was ist Affluenza?

Rascher ist es, der mit dem Begriff „Affluenza“ und dem Verweis auf den Fall eines „wohlstandskranken“ US-Teenagers, der zum vierfachen Mörder wurde, den Überbau dieser arg konstruiert wirkenden „Tatort“-Folge skizziert. Das Privatleben seiner Kollegin wiederum nimmt in ihrem dritten Fall, der nach „Zeit der Frösche“ mehr als drei Jahre auf sich warten ließ, wieder viel Platz ein, denn der Vater ihrer Tochter Greta taucht plötzlich bei ihr auf. Was sich daraus entwickelt, lädt durchaus zu Spekulationen über die Zukunft des Mainzer „Tatorts“ ein.

Tatort: Blind Date. Sonntag, 20.15 Uhr, ARD




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