Tatort-Vorschau: „Neugeboren“ aus Bremen Wehe Wesen an der Weser

Bremer  Dreierlei:  Selb, Moormann, Andersen (v. l.). Foto: Radio Bremen/Christine Schroeder 10 Bilder
Bremer Dreierlei: Selb, Moormann, Andersen (v. l.). Foto: Radio Bremen/Christine Schroeder

Das neue Bremer „Tatort“-Team präsentiert zur Begrüßung viele seelische Abgründe – auch in der Polizei. Darf man gespannt sein?

Kultur: Tim Schleider (schl)
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Bremen - Moin! Das ist die traditionelle Begrüßung in Bremen zu jeder Tages- und Nachtzeit, und mit einem „Moin“ trat auch die langjährige Bremer „Tatort“-Kommissarin Inga Lürsen stets ihren Dienst an. Bis es hieß, Abschied vom Bildschirm zu nehmen, was in Lürsens Abschied durchaus tragische Züge hatte, weil sie in ihrem letzten Fall den Berufstod ihres langjährigen Kollegen Nils Stedefreund miterleben musste.

Das ist nun auch schon wieder über zwei Jahre her – so lange hat es gedauert, bis Radio Bremen endlich einen neuen „Tatort“ ins Quotenrennen schicken kann, angeführt künftig von einem Ermittlertrio. Linda Selb (Luise Wolfram) mischte als unkonventionelle Ermittlerin des Bundeskriminalamtes schon zu Lürsen/Stedefreund-Zeiten mit. Ganz neu sind aber die Jungkommissarin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und der dänische Gast-Ermittler Mads Andersen (Dar Salim). Und dass sie künftig gemeinsam in Bremen Mord und Totschlag aufklären sollen, davon haben sie nicht geträumt, sondern der erste Fall „Neugeboren“ führt sie eher zufällig und rüde zusammen. Da reicht die Zeit nicht mal für ein freundliches Moin.

Hohes Risiko

In trostloser Industriegegend wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, während aus einem Krankenhaus ein neugeborenes Baby verschwunden ist. Dass beide Fälle irgendwas miteinander zu tun haben, ahnt der Zuschauer natürlich von Beginn an. Das Trio Moormann-Andersen-Selb braucht dagegen eine Weile, bis es die verbindenden Handlungsfäden gefunden und miteinander verknüpft hat. Ihre Arbeit führt sie in sozial schwierige Stadtteile und in prekäre Verhältnisse.

Der Fall, um den es geht, ist trüb. Die Bilder, die der Zuschauer zu sehen bekommt, sind auch trüb. Trüb ist es in den Seelen der Menschen, die hier unter Verdacht stehen. Und so richtig gut drauf sind die Polizeibeamten auch nicht; der Wunden sind gar viele. Der neue „Tatort“ aus Bremen setzt ganz darauf, dass die Zuschauer die neuen Hauptdarsteller spannend findet. Man spielt auf Risiko.

ARD, Pfingstmontag, 20.15 Uhr



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